Aufmarsch von Rechtsextremen:

Friedländer "sehr verärgert" über geplante NPD-Demo

Mit der Anmeldung einer Demo am 9. November hat die NPD Friedland in ein schlechtes Licht gerückt. Nicht alle wollen das hinnehmen. Mit dem Friedländer Bürgermeister Wilfried Block sprach Robert Kiesel.

Wilfried Block
Anett Seidel Wilfried Block

Herr Block, erst ein Friedensgebet, dann ein Friedensfest gegen die Demo der NPD. Ist Friedland gut aufgestellt?

Ja, das sind wir. Vor allem auch deshalb, weil wir zeigen wollen, dass Friedland anders denkt als die Rechtsextremen. Wir sind sehr verärgert über die Provokation der NPD und wollen uns das nicht gefallen lassen.

Wie sieht die Gegenwehr konkret aus?

Wir wollen die Leute dazu bewegen, ihre Meinung zu sagen. Deshalb auch das Friedensgebet in Anlehnung an die Montagsdemos im Herbst 89. Ich war damals selbst dabei, habe gesehen, wie die Friedländer aufgestanden sind und Position bezogen haben. Das wollen wir wiederholen.

Wie ist die Stimmung in Friedland?

Die Leute sind verärgert. Sie fühlen sich provoziert, finden, dass die Thematik nun auf ihrem Rücken ausgetragen wird. Einige haben auch Angst vor der Demo am Samstag, sorgen sich um ihre Autos usw.

Und bezogen auf die Flüchtlinge. 

Natürlich diskutieren die Leute darüber auf der Straße, tauschen Meinungen aus. Wir haben die Leute aber schon frühzeitig auf einer Einwohnerversammlung informiert, auch da gab es keine Gegenstimmung. 

Fürchten Sie, das könnte sich ändern?

Nein, da habe ich keine Sorge. Es gibt keine Gegenstimmung in Richtung der ankommenden Asylbewerber und wird sie auch nicht geben.

Wie gut ist Friedland auf die Flüchtlinge vorbereitet?

Sehr gut. Unsere Infrastruktur steht, wir haben von den Wohnungen angefangen über Kitaplätze bis hin zu Angeboten von Sportvereinen alles vor Ort. Es ist alles da, wir müssen nichts zusätzlich schaffen.

Ist die angemeldete Demo in Friedland also vollkommen fehl am Platz?

Das ist sie. Wir reden über bis zu 80 Menschen bei 6000 Einwohnern, das ist doch keine Größe. Außerdem haben wir einen Leerstand von etwa 12 Prozent, die Wohnungsgesellschaft freut sich also über neue Mieter.

Wann genau sollen die ersten Flüchtlinge in Friedland ankommen?

Das weiß momentan niemand ganz genau. Die Unterkünfte sollen aber bis zum 1. Dezember fertig sein, danach werden wohl die ersten Menschen bei uns einziehen.

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