Hanf-Anbau im Land grassiert:

Frisches Marihuana aus Mecklenburg-Vorpommern

Immer wieder findet die Polizei im Nordosten riesige Cannabis-Plantagen. Die Ermittler sehen sich im Kampf gegen die illegalen Hanf-Gärtner gut aufgestellt.

Im Keller einer alten Kaserne in Löcknitz fand die Polizei im April eine der größten Hanfplantagen des Landes.
Abir Sultan Im Keller einer alten Kaserne in Löcknitz fand die Polizei im April eine der größten Hanfplantagen des Landes.

Die Hege und Pflege ihres berauschenden Grünzeugs betrieben die Gras-Gärtner mit großem Aufwand: Ihre Drogenplantage in einer abgelegenen Armee-Kaserne bei Löcknitz (Landkreis Vorpommern-Greifswald) hatten sie mit einer automatischen Bewässerungs- und Belüftungsanlage ausgestattet. Ein Hochleistungsgenerator sorgte für eine reibungslose Stromversorgung. Spezielle UV-Lampen sollten das Wachstum der 3000 Cannabis-Pflanzen fördern.

Ernten konnten die Drogenanbauer ihren Stoff nicht mehr. Spezialeinsatzkräfte und der Zoll deckten die illegale Plantage Anfang April dieses Jahres auf. Mehr als 1,5 Millionen Euro hätten die Cannabis-Pflanzen nach Schätzungen des Landeskriminalamtes eingebracht. Gegen die beiden Tatverdächtigen wurde Anklage wegen des Anbaues von Betäubungsmitteln in nicht geringen Mengen erhoben.

Die Hanf-Plantage in Löcknitz gehört zu den größten Anlagen, die die Polizei in diesem Jahr aufgespürt hat. Einen vergleichbaren Fund machten die Ermittler bei Sternberg (Kreis Ludwigslust-Parchim), wo ebenfalls in einer ehemaligen Kaserne bis zu 4000 Hanfpflanzen sichergestellt wurden. In der Nähe von Rostock wurden 1600 Pflanzen konfisziert. Erst vor wenigen Tagen beschlagnahmten Polizisten bei Adamsdorf (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) in einem Sonnenblumenfeld 130 Hanfpflanzen.

„Absolut professionell“ bewirtschaftete Anlagen

Bislang haben die Fahnder in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr 15 illegale Cannabisfelder entdeckt – annähernd so viele wie im Jahr zuvor. Der Trend zum illegalen Rauschgift-Anbau scheint im Nordosten ungebrochen. An dem Agrarland schätzen die Drogenbauern offenbar besonders die Weitläufigkeit und die geringe Bevölkerungsdichte. Wahrscheinlich in dem Glauben, ihr Entdeckungsrisiko damit zu verringern.

Gezüchtet wird das berauschende Grünzeug unter freiem Himmel, in Lagerhallen oder leer stehenden Immobilien. Bei den neun entdeckten Feldern mit bis zu 100 Pflanzen gehen die Ermittler in der Regel von Einzeltätern aus. „Das ist eher für den Eigenbedarf oder einen begrenzten Kreis gedacht. Einige Leute wollen den Anbau auch einfach mal ausprobieren“, sagt Michael Schuldt, Pressesprecher des Landeskriminalamtes.

In der Kaserne bei Löcknitz hätten die Beamten eine Elektrifizierung wie in einem Einfamilienhaus vorgefunden. Die Kriminalisten gehen von einer größeren Tätergruppe aus. „Solche Anlagen können nicht zwei Leute alleine betreiben“, vermutet Schuldt. Es müssten Pflanzen verschiedener Wachstumsstufen gepflegt und geerntet werden, das Cannabis aufbereitet und dann vertrieben werden.

Aufklärungsquote beträgt 95 Prozent

Ziel der professionellen Bewirtschaftung in den Indoor-Anlagen ist es unter anderem, „eine bessere Blütenentwicklung und damit einen höheren THC-Gehalt zu erreichen“, erklärt Andreas Scholz vom Neubrandenburger Polizeipräsidium. THC ist der rauschbewirkende Bestandteil der Hanfpflanze. Und je höher die Rauschwirkung ist, desto besser fällt auch der Preis aus.

Nach einer Faustformel der Drogen-Ermittler lassen sich aus hundert getrockneten Hanfpflanzen rund vier Kilogramm Marihuana gewinnen. Aus 1000 Pflanzen ließe sich demnach Marihuana mit einem geschätzten Marktwert von rund 320 000 Euro gewinnen. „In diesen hohen Gewinnspannen liegt der Reiz für den Anbau“, sagt LKA-Sprecher Schuldt. Vertrieben werde die Ernte dort, wo die besten Preise zu erzielen seien. Grenzen sei für solche Täter unwichtig.

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Kommentare (1)

Die Lösung ist einfach. Eine Legalisierung von Cannabis und Abgabe in staatlichen oder staatlich geprüften Verkaufsstellen. Am ende wäre Geld eingenommen statt für die sinnlose Verfolgung von Kleingärtnern ausgegeben. Die Drahtzieher werden sowieso nicht erwischt. Mittlerweile ist ja bekannt das Cannabis, die am wenigsten schädliche Droge ist, auch wenn's den Politikern und den Spießern hier nicht passt, entspricht es der Wahrheit. Andere Länder haben den Schritt zur Legalisierung oder Duldung schon gemacht und es hat geklappt, mal sehen wie lang es hier noch dauert. Cannabis kann auf jeden Fall nicht aus der Gesellschaft verbannt werden und somit ist jede Verfolgung und Steuergeldausgabe hinsichtlich Cannabisdelikten sinnlos.