Euros aus Brüssel helfen nicht automatisch:

Für Sozialarbeit an Schulen fehlt das Geld

Seit Jahren klagen die Schulsozialarbeiter in Mecklenburg-Vorpommern über schlechte Bezahlung, zu viel Arbeit und zu wenig Anerkennung. Auch wenn die EU nun Gelder bereitstellt, ist die Lage noch nicht entspannt.

Der Schulsozialarbeiter Jörg Hanselmann (rechts) erklärt Kindern) die Regeln für Geocaching.
Jan-Philipp Strobel Der Schulsozialarbeiter Jörg Hanselmann (rechts) erklärt Kindern) die Regeln für Geocaching.

Der Fachverband Schulsozialarbeit hat von der Landesregierung ein höheres finanzielles Engagement für die Tätigkeit an den Schulen gefordert. Derzeit würden die Kosten zwischen EU und den Kommunen geteilt, sagte die Verbandsvorsitzende Katja Falkenberg. Die Landesregierung bekenne sich zwar zur Bedeutung der Schulsozialarbeit, wolle aber die finanziellen Konsequenzen nicht tragen. „Wir brauchen die Finanzierung über Landesmittel. Nur so ist der Bestand der Schulsozialarbeit an den Schulen dauerhaft gewährleistet.“

Nach langem Ringen gebe es die Zusage der EU für die Finanzierung von 225 Stellen in Mecklenburg-Vorpommern von 2014 bis 2017. „Aus der Vergangenheit wissen wir, dass die Finanzierung seitens der Kommunen nicht sicher ist“, sagte Falkenberg. Manche Kommunen könnten sich die notwendige 50-prozentige Co-Finanzierung kaum leisten. Deswegen werde es weiter die kurzfristigen Verträge für die Schulsozialarbeiter geben, die darüber hinaus auch noch in einer wesentlich schlechteren Gehaltsstufe als Lehrer eingruppiert sind. Nach ihren Worten betrage die Differenz im Schnitt 1000 Euro Brutto.

Dabei sei anerkannt, dass die Schulen ohne Sozialarbeiter als unabhängige Instanz gar nicht mehr funktionieren können. Die Lehrer seien kaum fähig, die vielen Schüler mit Problemen in den Schulen, aber auch außerhalb davon aufzufangen. Die zur Verschwiegenheit verpflichteten Schulsozialarbeiter seien auch wichtig, um den Kontakt zu den oft überforderten Eltern zu halten.

Diese Probleme werden nach Auffassung von Falkenberg beispielsweise durch die Abwanderung aus den ländlichen Regionen immer weiter verstärkt. Gerade in diesem Punkt sei zu merken, dass das Land solche Probleme vor sich herschiebt, sagte die Sozialarbeiterin.

Über verschiedene Träger sind in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt rund 350 Schulsozialarbeiter tätig. „Die reichen aber nicht, wir haben viel mehr Schulen“, betonte Falkenberg. Es gebe zahlreiche Anträge von Schulen, die aber nicht angenommen werden. „Wir brauchen Lehrer und Sozialarbeiter, die gemeinsam dazu beitragen, den Kindern zu einem guten Start ins Berufsleben zu verhelfen.“

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung