Neue Betrüger-Masche:

Gefälschte Schreiben vom Gericht

Um an fremdes Geld zu kommen, denken sich Ganoven immer neue Tricks aus. Jetzt muss sogar die Justizministerin warnen.

Rechnungen von Gerichten sollten genau geprüft werden. Sie könnten gefälscht sein. Korrekte Zahlungsaufforderungen kommen nur von der Landeszentralkasse.
Daniel Naupold Rechnungen von Gerichten sollten genau geprüft werden. Sie könnten gefälscht sein. Korrekte Zahlungsaufforderungen kommen nur von der Landeszentralkasse.

Mit gefälschten Gerichtskostenrechnungen versuchen derzeit Betrüger, gutgläubige Opfer aufs Kreuz zu legen: Mehrere Dutzend solcher Schreiben seien in ganz Mecklenburg-Vorpommern aufgetaucht, warnte am Freitag Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU).

Die Schreiben seien getarnt als Angebot, Zahlungsaufforderung oder Rechnung der Justiz. „Zahlungsaufforderungen der Justiz kommen aber nur von der Landeszentralkasse“, so die Ressortchefin.

Viele der Schreiben enthalten in der Iban-Nummer das Landeskürzel SK für die Slowakei, ergänzte Ministeriumssprecher Tilo Stolpe. Das heiße aber nicht automatisch, dass die Täter auch aus der Slowakei stammen.

Betroffen sind auch Unternehmen und Vereine

Da es seit Monaten ähnliche Briefe im Saarland und in Schleswig-Holstein gäbe, dürfte die Dunkelziffer ziemlich hoch liegen. „Viele Schreiben sind den Gerichten bekannt geworden, die selbst in diesen Schreiben als Rechnungsaussteller genannt worden waren. Betroffen sind unter anderem Unternehmer und Vereine“, sagte der Sprecher.

Angeboten würde beispielsweise die Eintragung in nicht amtliche Register.
Teilweise werden auch schlicht Zahlungsaufforderungen für bereits erfolgte Eintragungen in amtliche Register versandt. Zudem seien in Mecklenburg-Vorpommern diverse Fälle von ähnlich gelagerten betrügerischen Telefonanrufen oder E-Mails bekannt geworden.

Auf Iban-Nummer achten

Die Zahlungsaufforderungen, Angebote oder auch Rechnungen für Gerichtskosten und Überweisungsträger angeblicher Unternehmen erweckten teilweise den Anschein amtlicher Formulare und verwenden online geschützte Domain-Namen wie www.handelsregisterbekanntmachungen.de.

Ministerin Kuder: „Bitte reagieren Sie nur auf Zahlungsaufforderungen, die
eindeutig von der Landeszentralkasse stammen. Achten Sie darauf, dass die angegebene Iban-Nummer für die Bankverbindung mit DE beginnt. Im Zweifel fragen Sie in dem Gericht nach, das das fragliche Schreiben verfasst haben soll.“

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