Tierschutz:

Gericht: Straathof-Kastenstände sind zu klein

Ein Urteil in Sachsen-Anhalt sorgt auch bei den Schweinehaltern in MV für Aufregung. Bauern befürchten das Aus für die kleinen Betriebe.

Schweinen in Mastbetrieben soll mehr Platz gewährt werden.
Ingo Wagner Schweinen in Mastbetrieben soll mehr Platz gewährt werden.

Der auch im Nordosten höchst umstrittene Schweineproduzent Straathof hat vor dem Oberverwaltungsgericht Magdeburg eine Niederlage erlitten. Das Gericht wies eine Klage eines seiner Betriebe zurück und erklärte eine Anordnung des Kreises Jerichower Land in Sachsen-Anhalt für rechtmäßig, wonach den Schweinen mehr Platz zur Verfügung gestellt werden muss. Dabei geht es um die Kastenstände, in die die Tiere gepfercht werden. Die Tierärzte des Kreises hatten argumentiert, dass die Schweine sich nicht ungehindert hinlegen und Kopf und Beine ausstrecken können, wie es die Vorschriften vorsehen. Das Gericht war der gleichen Meinung. Die Straathof-Gruppe betreibt in MV drei große Anlagen in Alt Tellin, Medow und Fahrbinde.

Viele verabschieden sich vom Markt

Der Bauernverband MV warnt nun, „dass in der aktuell katastrophalen Wirtschaftslage der Sauenhalter Forderungen nach umgehender Änderung der Kastenstände ruinös sind“, so Sprecherin Claudia Schalla. Das sieht der Leiter des Schweinekontroll- und Beratungsrings im Land, Jörg Brüggemann, ähnlich: „Wenn das jetzt so umgesetzt wird, wie es das Gericht verlangt, hat das dramatische Auswirkungen. Es gibt keine Halter ohne Kastenstände. Viele würden sich dann vom Markt verabschieden.“ Langfristig gehe er aber doch davon aus, dass die Stände abgeschafft werden müssten: „Dazu brauchen wir aber Übergangsfristen und finanzielle Hilfen.“

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung