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Gericht wartet auf Akte über ehemaligen KZ-Sanitäter

Die Beschwerde der Staatsanwaltschaft Schwerin ist immer noch nicht beim Oberlandesgericht angekommen. Jetzt prüft denn Fall erst einmal die Generalstaatsanwaltschaft.

Im ehemaligen KZ Auschwitz war Hubert Z. im Sanitätsdienst eingesetzt.
Frank Leonhardt Im ehemaligen KZ Auschwitz war Hubert Z. im Sanitätsdienst eingesetzt.

Die Mühlen der Justiz mahlen gründlich. Nachdem die Staatsanwaltschaft Schwerin Ende Juni Beschwerde gegen die Nichteröffnung der Hauptverhandlung gegen den früheren KZ-Sanitäter Hubert Z. eingelegt hatte, sind die Akten immer noch nicht beim Oberlandesgericht (OLG) Rostock eingegangen.

Seit Mittwoch liegt der Fall des früheren SS-Mannes im KZ Auschwitz beim Generalstaatsanwalt. Der Kern der Beschwerde: „Wir halten das Gutachten des Landgerichts zum Gesundheitszustand des Angeklagten für unvollständig und falsch“, so Urbanek. Die Richter hatten sich gegen einen Prozess ausgesprochen, weil der 94-jährige Hubert Z. aufgrund einer Demenz verhandlungsunfähig sei. Indes hat Verteidiger Peter-Michael Diestel vorsorglich bereits an das OLG geschrieben: „Wir haben darum gebeten, möglichst schnell über die Beschwerde der Staatsanwaltschaft zu entscheiden.“

Hubert Z. war vom 15. August bis zum 14. September 1944 in der SS-Sanitätsdienststaffel Auschwitz-Birkenau. Allein in dieser Zeit kamen 14 Deportationszüge im Vernichtungslager an. Daher hatte ihm die Staatsanwaltschaft Beihilfe zum Mord in mindestens 3681 Fällen vorgeworfen.

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