Verunreinigung durch Pestizide:

Geschützte Gewässer im Nordosten mit Chemie belastet

Seit Jahren mahnen Umweltschutzverbände und Grüne eine zurückhaltende Verwendung von Pflanzenschutzmitteln an. Eine Studie zeigt, dass selbst Kleinstgewässer nicht vor Pestiziden sicher sind – mit Folgen für Mensch und Tier.  

Weil Landwirte immer noch zu viel Pflanzenschutzmittel spritzen, sollen Sölle und Teiche verunreinigt sein.
Patrick Pleul Weil Landwirte immer noch zu viel Pflanzenschutzmittel spritzen, sollen Sölle und Teiche verunreinigt sein.

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft bedroht nach Ansicht von Umweltverbänden und Grünen nicht nur die Existenz seltener Tiere, sondern gefährdet auch die Gesundheit des Menschen. „Selbst bei bestimmungsgemäßer Anwendung sind Schädigungen von Pflanzen und Tieren nicht auszuschließen. Das Herbizid Glyphosat wurde von der Weltgesundheitsorganisation WHO jetzt sogar als wahrscheinlich krebserregend eingestuft“, sagte die Grünen-Landtagsabgeordnete Ursel Karlowski.

Die Grünen hatten gemeinsam mit den Umweltverbänden BUND und Nabu sowie dem Anglerverband des Landes eine Studie zur Belastung von Kleinstgewässern in Auftrag gegeben. Dabei zeigte sich, dass selbst Teiche in Gebieten, die nach der europäischen FFH-Richtlinie geschützt sind, Pestizidspuren aufwiesen. In 12 der untersuchten 15 Teiche hätten Experten gesundheitsgefährdende chemische Substanzen gefunden, „am häufigsten Glyphosat und sein Abbauprodukt Ampa“, sagte Karlowski.