MEK-Einsatz in Lutheran:

Gesuchter Straftäter sitzt im Gefängnis

Die wochenlange Suche nach einem Straftäter, die zu einem folgenschweren MEK-Einsatz in Lutheran führte, ist zu Ende. Der Straftäter hat sich gestellt und sitzt nun bis auf Weiteres im Gefängnis.

Michael-Günther Bölsche Bei dem Einsatz eines Mobilen Einsatz-Kommandos (MEK) der Polizei in Lutheran schossen Polizeibeamte einem unbeteiligten 27-Jährigen ein Auge aus. Der Mann lag tagelang im Koma.

Knapp fünf Wochen nach dem umstrittenen Polizeieinsatz in Lutheran hat sich der gesuchte Straftäter gestellt. Die Hamburger Justizbehörde teilte am Donnerstag mit, dass der 37-Jährige am Vortag in der JVA-Billwerder eine Haftstrafe angetreten habe. Auf Anfrage teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass der Mann eine zweieinhaljährige Strafe wegen gefährlicher Körperverletzung absitzen müsse. Er sei im Juli 2013 verurteilt worden, da er einen Mann ins Koma geprügelt habe.

Am 12. Februar hatte ein Mobiles Einsatzkommando der Hamburger Polizei in Lutheran bei Parchim vergeblich versucht, den Mann zu verhaften. Eigentlich hätte der 37-Jährige seine Haft bereits Ende Januar antreten müssen, war aber nicht erschienen. Möglicherweise aufgrund einer Verwechslung stoppten Polizeibeamte ein Auto in Lutheran und schossen einem unbeteiligten 27 Jahre alten Mann in den Kopf. Dieser verlor dadurch ein Auge und lag tagelang im Koma.

Unterdessen sind die angekündigten Schadenersatzklagen des verletzten jungen Mannes und seines Beifahrers immer noch nicht eingereicht worden. Er habe noch keine Akteneinsicht erhalten, sagte der Anwalt des Geschädigten, Benjamin Richert. Die Klagen würden sich gegen eines der Bundesländer richten. Ohne die Akten könne er aber nicht beurteilen, ob Hamburg oder Mecklenburg-Vorpommern verantwortlich sei. Entscheidend sei, wer den Einsatz angeordnet oder genehmigt habe.

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