Auseinandersetzungen auf Marienplatz:

Gewalt im Schweriner Stadtzentrum

Wieder gab es in Schwerin über das lange Wochenende gewalttätige Auseinandersetzungen. Bei gezielten Kontrollen leiten Beamte fünf Verfahren gegen Deutsche und Ausländer ein.

Nach Auseinandersetzungen zwischen jungen Flüchtlingen in der Schweriner Innenstadt will die Stadtverwaltung die Präventionsarbeit verstärken. Die Polizei hat ihr Präsenz auf dem Verkehrsknotenpunkt verstärkt.
Jens Büttner Nach Auseinandersetzungen zwischen jungen Flüchtlingen in der Schweriner Innenstadt will die Stadtverwaltung die Präventionsarbeit verstärken. Die Polizei hat ihr Präsenz auf dem Verkehrsknotenpunkt verstärkt.

Nach den gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Zuwanderern in Schwerin hat die Polizei am Wochenende gezielt junge Leute im Stadtgebiet kontrolliert. Dabei seien am Samstag, Sonntag und Montag fünf Strafverfahren eingeleitet und vier Platzverweise ausgesprochen worden, sagte ein Polizeisprecher in der Nacht zum Dienstag.

Bei den betroffenen jungen Deutschen und Zuwanderern seien beispielsweise Klappmesser oder Drogen gefunden worden, hieß es. Insgesamt haben Beamte an den drei Tagen nach den Auseinandersetzungen die Identität von 28 Personen festgestellt. Am Tag der Deutschen Einheit habe es keine Zwischenfälle gegeben.

Seit Wochen gibt es Konflikte auf dem Platz

Bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen auf dem Schweriner Marienplatz am Freitag geht die Polizei von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus. Mehrere Deutsche, die danach in Gewahrsam genommen worden waren, seien eindeutig der rechten Szene zuzuordnen, teilte die Polizei am Sonntag mit.

Etwa 30 Deutsche hatten am späten Freitagabend eine Gruppe von zehn Migranten angegriffen. Da Beamte vor Ort waren, konnten die Gruppen sofort getrennt werden. Ein Jugendlicher erlitt leichte Verletzungen. Am Samstagabend konnte ein wegen Körperverletzung mit Haftbefehl gesuchter 15-Jähriger gefasst werden.

In dem Gebiet im Zentrum kommt es seit Wochen wiederholt zu Konflikten. Auf dem Marienplatz treffen sich immer wieder Gruppen von 20 bis 30 Zuwanderern, laut Polizei zumeist unbegleitete minderjährige Asylbewerber, und auch Gruppen Einheimischer. Die Stadt Schwerin hatte auch mit dem Einsatz von Sozialarbeitern darauf reagiert.