Mehr als 360 Beamte im Einsatz:

Straftäter vor Obdachlosen-Unterkunft geschnappt

Tagelang fehlte jede Spur von dem entflohenen Psychatrie-Insassen aus Rostock. Erst nach und nach kam ihm der Suchtrupp auf die Schliche.

Nach eineinhalb Wochen gelang es den mehr als 360 Einsatzkräften, den Gesuchten zu fassen.
Bernd Wüstneck Nach eineinhalb Wochen gelang es den mehr als 360 Einsatzkräften, den Gesuchten zu fassen.

Ein flüchtiger Rostocker Gewalttäter, der vor eineinhalb Wochen bei einem Arztbesuch entkommen war, ist am Freitagabend in Berlin gefasst worden. Schon seit einer Woche habe es Hinweise gegeben, dass sich der gesuchte 49-Jährige in der Bundeshauptstadt aufhält, teilte die Polizei mit. Dort sei er tagelang im Obdachlosen-Milieu untergetaucht und jetzt auch von Berliner Spezialeinheiten vor einer Unterkunft für Obdachlose festgenommen worden.

Der Mann hatte am 9. März trotz der Begleitung durch zwei Pfleger aus der Rostocker HNO-Klinik fliehen können. Daraufhin war ein europaweiter Haftbefehl ausgestellt worden. Nach einer Verurteilung wegen Raubes und Körperverletzung saß er im Maßregelvollzug in Rostock-Gehlsdorf. Dort werden schuldunfähige oder vermindert schuldfähige Straftäter mit schweren psychischen Störungen oder Suchtkrankheiten behandelt. Der 49-Jährige gilt als suchtkrank.

Laut Polizei gingen während der Fahndung mehr als 150 Hinweise aus der Bevölkerung ein. An der Suche seien seit der Flucht mehr als 360 Beamte von Schutz- und Kriminalpolizei beteiligt gewesen. Dabei habe die Polizei in Rostock eng mit ihren Kollegen in Berlin zusammengearbeitet.

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