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Gifteinsatz an der Seenplatte

Mit der Hilfe von Hubschraubern sollen wertvolle Eichenbestände im Land gerettet werden. Der Agrarminister weist Kritik von Umweltverbänden zurück: Alles sicher, sagt Backhaus.

Die Hubschrauber mit dem Schädlingsgift gehen wieder in die Luft: Auf 630 Hektar Wald soll der Eichenprozessionsspinner bekämpft werden.
Jens Büttner Die Hubschrauber mit dem Schädlingsgift gehen wieder in die Luft: Auf 630 Hektar Wald soll der Eichenprozessionsspinner bekämpft werden.

Von der groß angelegte Giftaktion gegen Eichenschädlinge per Helikopter ist auch die Mecklenburgischen Seenplatte betroffen. Voraussichtlich ab Mittwoch wird in einem Waldstück auf dem Plauer Werder östlich von Stuer gesprüht, so das Landesforstamt. Auch westlich des Plauer Sees, zwischen Stralsund und Grimmen und zwischen Stralsund und Ribnitz-Damgarten werden Hubschrauber im Einsatz sein.

Auf insgesamt 630 Hektar Wald in MV wird Gift gegen die Raupen von Frostspanner, Eulenschmetterling und Co. gespritzt. Nach Angaben des Umweltministeriums in Schwerin sollen die Mittel Dimilin und Dipel ES gesprüht werden. Mehr als 30 Prozent der Eichen im Land hätten deutliche Schäden bei der Belaubung, so Minister Till Backhaus (SPD). Die Eiche werde seit 2012 stark von Raupen verschiedener Eichenschädlinge befallen. Der Befall sei so stark, dass ein Absterben wertvoller Bestände zu befürchten sei.

Dimilin und Dipel ES seien für die Anwendung geeignete und nach dem deutschen Pflanzenschutzgesetz zugelassene Präparate. Sie wirkten ausschließlich als Fraßgift und müssen durch die Insektenraupen mit der besprühten Blattmasse in ausreichender Mengeaufgenommen werden. „Darüber hinaus ist Dipel ES auch für den Einsatz im Ökolandbau zugelassen“, so Backhaus.

Waldwege werden für 48 Stunden gesperrt

Die vorgeschriebenen Abstände von 100 Meter bei Dimilin und 25 Meter bei Dipel ES würden strikt eingehalten. Zu Siedlungen, Parks, öffentlichen Straßen werde bei Dimilin ein Abstand von 25 und bei Dipel ein Abstand von 35 Metern eingehalten. „Rechtzeitig vor Beginn der Sprühaktion werden die verstreut liegenden Waldbestände mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand durch die Forstbehörde gesperrt. Alle Waldwege, die zu den behandelten Flächen führen, werden mit Sperrschildern und Flatterband kenntlich gemacht. Die Sperrung wird für 48 Stunden gelten“, sagte der Minister.

Schon in der vergangenen Woche hatten die Umweltschutzverbände BUND und Nabu den geplanten Einsatz kritisiert. Das Ausbringen von Gift verhindere die Selbstregulierung des Schädlingsbefalls, sagte BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag. Das Versprühen per Hubschrauber drohe zudem die Schreiadler während ihrer Eiablage zu stören. Backhaus wies die Vorwürfe zurück (der Nordkurier berichtete).