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Graben nach dem Tempel von Kap Arkona

Vor dem unvermeidlichen Absturz ins Meer sichern Archäologen Funde an der slawischen Anlage. Hinweise auf eine kultische Nutzung verdichten sich.

Die Untersuchungen gehen weiter. Schließlich soll nicht alles dem Küstenabbruch zum Opfer fallen.
Stefan Sauer Die Untersuchungen gehen weiter. Schließlich soll nicht alles dem Küstenabbruch zum Opfer fallen.

Die Überreste der mythenumwobenen slawischen Tempelanlage stehen wieder im Fokus von Archäologen. Am Montag hat das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege mit einer neuen Grabungskampagne an der Nordspitze der Insel Rügen begonnen. Bis Herbst wird das Grabungsteam nach jetzigen Planungen ein rund 500 Quadratmeter großes Areal untersuchen. Mit der Grabung wolle man dem fortschreitenden Küstenabbruch zuvorkommen, sagte der wissenschaftliche Projektleiter, Fred Ruchhöft.

Von der gesamten Anlage am Kliff des Kaps ist nur noch rund ein Drittel erhalten. Weil sich die Ostsee pro Jahr rund einen halben Meter von der Steilküste holt, führt das Landesamt seit 2012 systematische Notgrabungen durch. Die Tempelburg an der Nordspitze der Insel Rügen gilt als das zentrale Heiligtum der westlichen Slawen. Sie war im Jahr 1168 endgültig von den dänischen Christen erobert und zerstört worden.

Im Gegensatz zum Vorjahr erwarten die Archäologen in diesem Jahr keine spektakulären Funde. „Wir arbeiten im Randbereich der Anlage, wo eigentlich keine außergewöhnlichen Entdeckungen zu erwarten sind“, sagte Ruchhöft. Im vergangenen Jahr waren die Forscher auf Überreste einer rund acht mal zwölf Meter großen Halle gestoßen, die offenbar kultischen Handlungen diente. Diese Annahme hat sich nach Angaben des Grabungsexperten Ruchhöft inzwischen weiter verdichtet. So sei genau in der Mitte der Halle eine weitere Grube entdeckt worden. Möglich, dass dort eine Statue gestanden habe, wie Ruchhöft sagte. „Wir sind von der Deutung als Tempel nicht so weit weg.“

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