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Graffiti-Beseitigung kostet MVs Städte zehntausende Euro

Illegale Graffiti gibt es überall in Mecklenburg-Vorpommern und besonders oft von den Fans eines bestimmten Vereins. Die Städte haben sich verschiedene Wege ausgedacht, um das Problem zu lösen. Die Bahn scheint da einen Schritt weiter zu sein.

Ein Graffiti-Künstler mit Dose.
Jan Woitas Ein Graffiti-Künstler mit Dose.

Illegale Graffiti kosten Mecklenburg-Vorpommerns Städte jährlich Zehntausende Euro. Rostock zum Beispiel gibt jedes Jahr für die Beseitigung von Schmierereien an öffentlichen Gebäuden Beträge im sechsstelligen Bereich aus, wie eine Umfrage ergab. "Auch in Schwerin gibt es ein Kräftemessen mit den Sprayern", sagt Stadtsprecherin Michaela Christen.

Gerade Unterführungen, Ampelanlagen und Eisenbahnübergänge seien beliebt. Obwohl Schmierereien von der Stadt schnell beseitigt würden, helfe das in vielen Fällen nichts. "Neue Graffiti kommen hinterher", sagt Christen. Unter anderem mit legalen Flächen und Projekttagen an Schulen geht Schwerin das Problem an.

Immer wieder: Hansa

Auch in Greifswald gibt es Schwierigkeiten mit den illegalen Malereien: 2015 mussten rund 12 000 Euro ausgegeben werden, um in insgesamt 24 Fällen Schmierereien zu beseitigen. Besonders beliebt seien neben Bahnhöfen mit ihren Unterführungen auch Radfahr- und Fußgängertunnel.

"Problem Nummer eins sind die Hansa-Fans, die ihre Schmierereien an allen möglichen Stellen hinterlassen", sagt Sprecherin Andrea Reimann und auch in Rostock haben die Fans deutliche Spuren hinterlassen. Eine Zeit lang bot Greifswald legale Wände für Sprayer an. "Im Mai mussten wir sie aber aufgrund von Bauarbeiten anreißen", sagt Reimann. Derzeit werde nach neuen Flächen gesucht.

Neubrandenburg relativ gering mit Graffiti belastet

Im Gegensatz zu den anderen Städten berichtet Neubrandenburg von einer relativ geringen Belastung durch illegale Graffiti. Das sei jahrelanger verstärkter Prävention zu verdanken, sagt Stadtsprecherin Doreen Duchow. Die Straftaten seien bis 2014 rückläufig gewesen, würden seitdem aber wieder ansteigen. Anders als Greifswald und Schwerin ist Neubrandenburg von legale Sprühwänden nicht überzeugt. Die Stadt bezweifle, dass damit positive Effekt erzielt würden.

Die Deutsche Bahn berichtet von einem starken Rückgang der Straftaten im Zusammenhang mit Graffiti an Zügen und Bahnhöfen. Diese seien im vergangenen Jahr um 30 Prozent auf 1100 Delikte zurückgegangen, teilt ein Bahn-Sprecher mit. Das sei vor allem einer gestiegenen Präsenz von Sicherheitskräften und des verstärkten Einsatzes von Videoüberwachung zu verdanken. Bis 2023 soll demnach die Videotechnik an Bahnhöfen in Deutschland weiter ausgebaut werden.