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Greifswald macht wegen Sturmflut dicht

Im Frühjahr war es in Betrieb genommen worden, im Herbst kann es zum ersten Mal beweisen, was es kann: das neue Sperrwerk in Greifswald-Wieck.

Das Sperrwerk mit einem Drehsegment ist Teil eines umfangreichen Sturmflut-Schutzsystems für Greifswald. Aufgrund der Sturmflutwarnung wurde es jetzt geschlossen.
Ralph Sommer Das Sperrwerk mit einem Drehsegment ist Teil eines umfangreichen Sturmflut-Schutzsystems für Greifswald. Aufgrund der Sturmflutwarnung wurde es jetzt geschlossen.

Wegen der vorhergesagten Sturmflut ist am Mittwoch in Greifswald erstmals das neue Sperrwerk geschlossen worden. Das Küstenschutzbauwerk, das Ende April nach fünf Jahren Bauzeit in Betrieb genommen worden war, soll die Stadt vor Überflutungen schützen. Es riegelt bei einem schweren Sturmhochwasser den Fluss Ryck vom Greifswalder Bodden ab.

Damit erlebe das Sperrwerk seine erste Bewährungsprobe, sagte der Leiter des Staatlichen Amts für Landwirtschaft und Umwelt, Matthias Wolters. Im Juli war das Bauwerk mit dem Deutschen Ingenieurspreis 2016 ausgezeichnet worden.

Pegelstände an der Küste steigen

Das Sperrwerk soll voraussichtlich bis Donnerstag geschlossen bleiben. In Greifswald sind für den Abend Wasserstände von bis zu 1,20 Meter über dem normalen Wasserstand prognostiziert. Eine Sturmflutwarnung ist die niedrigste von vier Warnstufen, zu denen auch Warnungen vor einer mittleren, schweren und sehr schweren Sturmflut gehören.

Am Mittwochmittag stand die Ostsee vor Greifswald etwa 80 Zentimeter über dem normalen Pegel. Auch die Wasserstände bei Ueckermünde, Koserow auf Usedom, Anklam und Stralsund waren schon deutlich gestiegen.