Stadt wehrt sich:

Grevesmühlen verbietet Neonazi-Konzert

Am Ende wird wohl ein Gericht darüber entscheiden, ob die 10.000- Einwohner-Stadt Grevesmühlen an diesem Sonntag ein weiteres Neonazi-Spektakel ertragen muss.

Michael Regener.
Uli Deck Michael Regener.

Wie Bürgermeister Jürgen Ditz (parteilos) erklärte, wird die Stadt ein für Sonntag angekündigtes Konzert in dem als Szenetreff bekannten „Thinghaus“ verbieten. Grundlage dafür sei ein nicht abschätzbares Gefahrenpotenzial, das sich aus dem geplanten Auftritt des als „Lunikoff“ bekannten Nazi-Sängers Michael Regener ergibt. „Die Verbotsverfügung werden wir dem Anmelder der Veranstaltung noch heute zukommen lassen“, erklärte Ditz am Donnerstag. Der Veranstalter wiederum hatte bereits angekündigt, im Falle eines Verbots den Rechtsweg beschreiten zu wollen.

Hinter dem als Familiennachmittag bei Kaffee und Kuchen getarnten Treffen der rechtsextremen Szene steht David Böttcher. Er sitzt für die NPD im Kreistag von Nordwestmecklenburg und hat die Veranstaltung beim Ordnungsamt der Stadt angemeldet. An den vorbereitenden Gesprächen beteiligte sich laut Jürgen Ditz auch der NPD-Landtagsabgeordnete David Petereit. Unter dem Motto „Nette Leute – gute Laune“ laden Böttcher und Co. zu einem „Tag des offenen Thinghauses“ ein. Auf im gesamten Stadtgebiet verteilten Flyern werben sie mit einem Kuchenbasar, Kinder- und Laternenbasteln sowie damit, NPD-Landtagsabgeordneten „hautnah“ begegnen zu können. Auch die Anwesenheit des amtierenden NPD-Vorsitzenden Udo Pastörs ist angekündigt.

Anziehungskraft auf Rechtsextreme weit über Grevesmühlen hinaus dürfte der geplante Auftritt von Michael Regener ausüben. Dieser war Sänger der im Jahr 2003 aufgelösten und kurz zuvor als „kriminelle Vereinigung“ eingestuften Band „Landser“. Weil Regener während seiner dreijährigen Haftzeit jegliche Zusammenarbeit mit den Justizbehörden ablehnte, genießt er in der rechtsextremen Szene eine Art Heldenstatus.

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