Nordkurier-Wahlumfrage:

Große Koalition muss um ihre Mehrheit zittern

SPD und CDU benötigen nach einer aktuellen Umfrage im Auftrag des Nordkurier mindestens einen Partner, um weiter an der Macht bleiben zu können. Den Sozialdemokraten ist ein Verfolger dicht auf den Fersen.

Gut zwei Monate vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern bleibt der Ausgang der Abstimmung am 4. September völlig offen. Wäre die Wahl am kommenden Sonntag, hätte die Große Koalition keine Mehrheit. Das geht aus einer repräsentativen Wahlumfrage hervor, die das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap im Auftrag des Nordkurier, des NDR, der Ostseezeitung und der Schweriner Volkszeitung durchgeführt hat. SPD und CDU bräuchten demnach einen Partner, um weiterregieren zu können.

Im Vergleich zur ersten Umfrage im April kann sich die CDU mit 25 Prozent noch um einen Prozentpunkt von der SPD absetzen, die unverändert von 22 Prozent der 1003 befragten Wahlberechtigten favorisiert wird. Damit würde CDU-Spitzenkandidat Lorenz Caffier die Aufgabe zufallen, als Ministerpräsident eine neue Landesregierung zu bilden – obwohl Amtsinhaber Erwin Sellering (SPD) im Direktvergleich der Spitzenkandidaten besser abschneidet.

Zustimmung für Verkehrs- und Energiepolitik

Laut Umfrage kann neben der Linken (17 Prozent) auch die AfD Boden im Vergleich zu April gutmachen. Derzeit kommt die Partei landesweit auf 19 Prozent Zustimmung und kann damit weiter zur SPD aufschließen. Überdurchschnittlich hoch seien die Werte für die AfD in Vorpommern, so Infratest dimap. Hier könne die Partei sogar damit rechnen, Direktmandate zu erzielen. Dessen ungeachtet wird die AfD von einer Mehrheit der Befragten mit Skepsis betrachtet: 58 Prozent meinen, deren Positionen seien nicht mit dem Grundgesetz vereinbar.

In der Befragung haben die Wahlberechtigten der Landesregierung zugleich ins Stammbuch geschrieben, wo sie politische Versäumnisse sehen. Insbesondere die Schul- und Bildungspolitik sowie die Kriminalitäts- und Verbrechensbekämpfung werden von etwa zwei Dritteln als ungenügend empfunden. Mehr Zustimmung erhält die Rot-Schwarze Koalition dagegen für ihre Verkehrs- und Energiepolitik. Hier kann die Landesregierung jeweils bei gut der Hälfte der Befragten punkten. Etwa jeder zweite findet zudem, dass Politik und Verwaltung die Flüchtlingssituation sehr gut oder gut im Griff haben.

Alle Ergebnisse der Umfrage lesen Sie im Nordkurier am Freitag, den 1. Juli.

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Kommentare (1)

Etwas mehr konkrete Fakten hätten diesem Artikel gut getan. In welchem Parteiprogramm der SPD oder CDU steht, dass man nach der Landtagswahl 2016 gemeinsam weiterregieren wolle, dass solch einseitiges Resümee zu dieser Umfrage niedergeschrieben wird? Es wird auf einen negativen Erdrutsch der SPD hinauslaufen. Das ist das Fazit dieser Umfrage. Das zweite Fazit: Ministerpräsidenten Erwin Sellering wollen nicht mal ein Viertel der Befragten. Ob man im direkten Vergleich Caffier oder Sellering besser findet ist Hupe, da dies im September 2016 eh nicht zur Disposition steht.