Standort-Debatte:

Grüner hält Atommüll-Endlager in MV für möglich

Grünen-Fraktionschef Suhr hat Mecklenburg-Vorpommern als möglichen Standort für ein Atom-Endlager bezeichnet. SPD-Fraktionschef Nieszery findet das "unverantwortlich".

In Halle 8 des atomaren Zwischenlagers in Lubmin lagern zahlreiche Castorbehälter mit hoch radioaktivem Abfall aus den zurückgebauten Kernkraftwerken Rheinsberg und Lubmin.
Stefan Sauer In Halle 8 des atomaren Zwischenlagers in Lubmin lagern zahlreiche Castorbehälter mit hoch radioaktivem Abfall aus den zurückgebauten Kernkraftwerken Rheinsberg und Lubmin.

Grünen-Landtagsfraktionschef Jürgen Suhr hat Mecklenburg-Vorpommern als möglichen Standort für ein Atommüll-Endlager bezeichnet. "Die Suche ist eine gemeinschaftliche Aufgabe, der sich alle Bundesländer stellen müssen", sagte Suhr der "Ostsee-Zeitung". Es gebe es auch in Mecklenburg-Vorpommern Gesteinsformationen, die "auf den ersten Blick geeignet" schienen. Diese gebe es aber in nahezu jedem Bundesland. Die Endlager-Suchkommission müsse "vorbehaltlos prüfen können".

Allerdings hält Suhr die Errichtung eines Endlagers in einem anderen Bundesland für gerechter, weil das Land durch das Zwischenlager am früheren Kernkraftwerksstandort Lubmin bereits Lasten trage. Als Endlager sei der Ort wegen seiner Lage aber von vornherein ungeeignet. Auch müssten bei der Suche die Belange des Tourismus berücksichtigt werden.

Grundlagen für Endlagersuche werden ausgearbeitet

SPD-Fraktoinschef Norbert Nieszery kritisierte Suhr für seine Aussagen. Es sei "leichtfertig bis unverantwortlich", wenn Suhr von geeigneten Gesteinsformationen spreche, ohne die entsprechenden Prüfergebnisse abzuwarten. "Bundesländern mit teilweise noch aktiven Atomkraftwerken, die sich der Endlagersuche gänzlich verweigern wollen, nun auch noch offensiv anzubieten, deren atomare Hinterlassenschaften dauerhaft einzulagern, ist vorsichtig gesagt politisch unklug", sagte Nieszery. Suhrs Aussagen schadeten dem Land.

Suhr wies das zurück: "Herr Nieszery unterstellt mir Aussagen, die ich nie gemacht habe. Ich habe das Land nicht offensiv angeboten, sondern sogar auf die besonderen Risiken hingewiesen."

Für die Endlagersuche hatten Bund und Länder im April 2014 eine Enquete-Kommission eingerichtet. Sie soll Grundlagen für eine bundesweite Suche nach einem Endlager erarbeiten. Gegen eine Nutzung des Zwischenlagers Lubmin für weitere atomare Abfälle oder als Endlager hatten sich wiederholt alle Fraktionen im Landtag ausgesprochen.

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