Richter bescheinigt Tätern erhebliches Gewaltpotential:

Haftstrafen für brutalen Laden-Überfall in Teterow verhängt

Für eine Beute von 100 Euro hatten die Männer einen vietnamesischen Geschäftsmann in Teterow attackiert und schwer verletzt.

Marcus Brand/Archiv Das Landgericht Rostock verurteilte den 17-jährigen Haupttäter wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung.

Für einen brutalen Raubüberfall in Teterow (Landkreis Rostock) müssen die beiden Täter ins Gefängnis. Das Landgericht Rostock verurteilte den 17-jährigen Haupttäter wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren Freiheitsstrafe, seinen 26-jährigen Komplizen zu dreieinhalb Jahren Haftstrafe.

Beide Männer sind arbeitslos und hatten vor Gericht gestanden, am 4. Juni 2015 ein Geschäft in Teterow erst ausgekundschaftet, dann den Besitzer überfallen und beraubt zu haben. Der vietnamesische Ladenchef wurde mit Pfefferspray attackiert, geschlagen und dabei so schwer verletzt, dass er noch immer an den Folgen leidet. Motiv der Täter war vor allem Geldnot.

"Sie leben planlos, ziellos und in einer Nullbockstimmung"

Richter Wolfgang Strauß bescheinigte dem 17-Jährigen ein "erhebliches Gewaltpotential". In das Urteil für den Jugendlichen wurde zudem eine ältere Brandstiftung an einem Auto in Teterow einbezogen. "Sie leben planlos, ziellos und in einer Nullbockstimmung", kritisierte der Richter das Verhalten des Jugendlichen. Eine positive Sozialprognose sei nicht absehbar.

Die Männer waren Anfang Juni mit dem Zug von Malchin (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) nach Teterow gefahren. Sie gingen in das Geschäft und gaben sich als Kunden aus. Dann gingen sie in einen Park, um kurz vor Ladenschluss das Geschäft zu überfallen. Als der Ältere es nicht schaffte, dem Ladenbesitzer das Pfefferspray ins Gesicht zu sprühen, übernahm der Jüngere diese Rolle. Die Täter erbeuteten nur 100 Euro und flüchteten.

Der ältere Täter, der noch nicht vorbestraft ist, ließ sich im Prozess auf einen Vergleich ein und will dem Opfer 4800 Euro Schmerzensgeld zahlen. Beide Täter stammen aus zerrütteten Familienverhältnissen und haben keine abgeschlossenen Ausbildungen.

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