Metropolregion nun komplett:

Hamburg reicht bis in den Nordosten

Die Metropolregion dehnt sich aus. Bald sollen auch Schwerin und der Altkreis Parchim dazugehören.

Christian Charisius Von der Nähe zu Hamburg, seinem Hafen und anderen Vorzügen soll Mecklenburg-Vorpommern als Teil der Metropolregion in Zukunft noch mehr profitieren.

Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt Schwerin und die Region Parchim sollen die Metropolregion Hamburg komplettieren. Der zuständige Lenkungsausschuss ebnete am Freitag mit einem Beschluss den Weg für die Aufnahme, die nun noch formell von den vier beteiligten Länder- und den betroffenen Kommunalparlamenten bestätigt werden muss. Dies soll bis Ende 2016 geschehen, so dass die Änderung 2017 wirksam werden kann.

Mecklenburg-Vorpommern war 2012 per Staatsvertrag als viertes Bundesland der Metropolregion beigetreten und ist seither dort mit dem Altkreis Ludwigslust und mit Nordwestmecklenburg vertreten. 17 Kreise und zwei kreisfreie Städte kooperieren.

Region hat genauso viele Einwohner wie Norwegen

Die Erweiterung sei Ausdruck der gewachsenen Verflechtungen im Norden, stelle aber auch den Abschluss dar, hieß es. „Die logische Ausdehnung der Metropolregion ist erreicht“, sagte Hamburgs Wirtschaftsstaatsrat Andreas Rieckhof als Chef des Lenkungsausschusses. Die Region sei so groß wie Belgien und habe mit gut fünf Millionen etwa so viele Einwohner wie Norwegen.

Landeschef Erwin Sellering (SPD) hob die sehr gute Zusammenarbeit in der Metropolregion hervor. „Es sind eine Reihe von Projekten auf den Weg gebracht worden, von denen das Land und die Kreise profitieren“, sagte Sellering.

Logische Konsequenz der Kooperation

Hamburg mit seinem Hafen sei für viele Unternehmen lukrativ und über die Autobahnen A20 und A24 seien Gewerbestandorte in Westmecklenburg schnell erreichbar. Das habe zum Beispiel Nestlé bewogen, in Schwerin sein neues Kaffeewerk zu bauen.

Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) wertete die bevorstehende Aufnahme in die Metropolregion als zwangsläufige Entwicklung. Schon seit Jahren kooperiere ihre Stadt eng mit Hamburg. „Ohne Schwerin und Parchim würde auch etwas fehlen. Jetzt ist die Region komplett“, sagte Gramkow.