Nach der schweren Naturkatastrophe:

Helfer aus Neubrandenburg fliegen ins Erdbeben-Gebiet

In den Straßen von Kathmandu liegen viele Tote, andere Menschen suchen verzweifelt nach Essen. Nepal steht vor einer gewaltigen Aufgabe – die Welt versucht, zu helfen.

Beate Fibinger und ihr Mann Gabriel sind unterwegs, um in Nepal zu helfen.
Frank Wilhelm Beate Fibinger und ihr Mann Gabriel sind unterwegs, um in Nepal zu helfen.

Leichen aufgereiht vor Hospitälern in Nepal, ganze Bergdörfer in Schutt, verheerende Lawinen am Mount Everest: Ein gewaltiges Erdbeben im Himalaja der Stärke 7,8 hat Tod und Zerstörung gebracht – es war das stärkste Beben in Nepal seit mehr als 80 Jahren. Die Rettungskräfte in Nepal, Indien, China und Bangladesch bargen bis Sonntag mehr als 2400 Leichen. Tausende Menschen wurden nach offiziellen Angaben verletzt. Das ganze Ausmaß der Zerstörung war noch nicht abzusehen, weil viele abgelegene Dörfer zunächst nicht erreicht wurden. Eine internationale Hilfswelle lief an.

Beim Katastropheneinsatz in Nepal sind auch zwei Mitglieder der Neubrandenburger Rettungshundestaffel Vier Tore mit dabei. Das Ehepaar Beate und Gabriel Fibinger ist am Sonntag gegen 13.45 Uhr zusammen mit 50 weiteren Mitgliedern der Hilfsorganisation Isar Germany Richtung Erdbebengebiet gestartet. Die Ankunft wird für Montagabend beziehungsweise Dienstag erwartet, hieß es aus dem Isar-Lagezentrum.

Große Teile des Landes zerstört

Gabriel Fibinger werde zu Bergungsarbeiten in der Trümmerlandschaft eingesetzt, seine Frau für die Sicherstellung der Logistik. Das Isar-Team wird unter Regie der UN ein mobiles, medizinisches Behandlungscamp nahe des Erdbebengebietes aufbauen. Ärzte und Krankenschwestern sollen sich vor allem um Traumapatienten kümmern. Der Einsatz sei vorerst auf zehn Tage angelegt, hieß es. Die Fibingers sind die einzigen Isar-Helfer aus Mecklenburg-Vorpommern und waren bereits mehrfach im Rettungseinsatz.

Der Erdstoß am Samstag zerstörte große Teile der Infrastruktur Nepals, zahlreiche alte Häuser sowie Weltkulturerbe- und Pilgerstätten. Die Bewohner von Kathmandu flohen auf die Straßen und trauten sich nicht in ihre Häuser zurück, weil zahlreiche Nachbeben die Region weiter erschüttern. Alle Parks, Gehwege und öffentlichen Plätze hätten sich in Zeltstädte verwandelt, sagte ein Sprecher des Roten Kreuzes. Selbst Krankenhäuser sind so überfüllt, dass sie im Freien behandeln. Präsident Ram Baran Yadaf habe ebenfalls in einem Zelt geschlafen, sagte sein Sprecher in einem lokalen Radio.

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