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Hier muss keiner mehr im Stau stehen

Endlich kommt Bewegung in den Ausbau von Orts­umgehungen in Mecklenburg-Vorpommern. Vor allem in drei Orten dürften die Bewohner aufatmen.

Auf der Insel Usedom gibt es vor der Peenebrücke Wolgast ständig Staus.
Stefan Sauer Auf der Insel Usedom gibt es vor der Peenebrücke Wolgast ständig Staus.

Nach erbitterter Debatte steht es jetzt fest: Das Infrastrukturministerium in Schwerin wird vier Straßenbauprojekte aus MV mit höchster Priorität für den neuen Bundesverkehrswegeplan anmelden. Allein drei davon sollen im Osten des Landes gebaut werden: zwei Umgehungen bei Mirow und die Ortsumgehung Wolgast. Vierter im Bunde ist die bei Plau. 25 weitere Vorgaben werden mit der nächstniedrigeren Einstufung angemeldet, sagte Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD). Der von der Industrie- und Handelskammer zu Neubrandenburg (IHK) geforderte Ausbau der B96 von Neubrandenburg nach Neustrelitz sowie der ebenfalls dringend gewünschte Autobahnzubringer für die Viertorestadt stehen nicht mit auf der Liste. Diese beiden Projekte sollen aus Sondermitteln des Bundes bezahlt werden und müssen deshalb nicht angemeldet werden. Allerdings: Wann diese Mittel fließen, ist offen.

Unter den 25 Vorhaben mit niedrigerer Priorität finden sich die Bauabschnitte zwei und drei der Ortsumgehung Neubrandenburg sowie Umgehungen bei Küssow, Stavenhagen, Usadel und Warlin. Dabei ist auch der Neubau der B 198n von Mirow nach Wittstock, den die Wirtschaft dringend benötigt. Das Projekt werde nun auch vom Bundesland Brandenburg unterstützt, so Schlotmann. Im Landkreis Vorpommern-Greifswald werden Umgehungen bei Belling, Jatznick, Lühmannsdorf und Pasewalk angemeldet, um den Lkw-Verkehr aus Polen zu beschleunigen, hieß es.

Der Minister warnte indes vor allzu hohen Erwartungen: „Wenn wir in diesem Jahrzehnt die ersten vier, fünf Projekte hinbekommen, dann ist das schon ganz gut.“ Die anderen Vorhaben könnten dann bis 2030 umgesetzt werden – bis dahin soll der neue Bundesverkehrswegeplan gelten. Vorher aber muss er auch noch das Kabinett in Berlin und den Bundestag passieren. Schlotmann ließ es sich auch nicht nehmen, der Kritik, der Osten des Landes werde benachteiligt, Zahlen entgegenzusetzen: 385 Millionen Euro für die Neuanmeldungen entfielen auf den Ostteil – 194 Millionen dagegen auf den Westen.