Wie kommen die Insekten über den Winter?:

Bienen sollen stark dezimiert sein

Experten befürchten, dass viele Bienenvölker nicht sonderlich gut über den Winter gekommen sind. Wie schlimm steht es wirklich?

Haben Milben etliche Bienenvölker dahingerafft?
Patrick Pleul Haben Milben etliche Bienenvölker dahingerafft?

Etwa 30 Prozent der Bienenvölker haben den vergangenen Winter nach Schätzungen des Deutschen Imkerbundes nicht überlebt – normalerweise sind es nur zehn Prozent. Bei insgesamt rund 750 000 Bienenvölkern in Deutschland ergebe sich ein Verlust von 225 000 Völkern, sagte am Mittwoch die Sprecherin des Imkerbundes, Petra Friedrich, in Wachtberg bei Bonn. Von allein bauten sich die Völker nicht wieder auf. „Der Imker muss dann Jungvölker nachziehen.“

Für den Vorsitzenden des Imkerbundes in Mecklenburg und Vorpommern, Torsten Ellmann aus Pasewalk, kommt die Einschätzung zu früh. Wie viele Völker nicht überlebt haben, werde sich erst zeigen, wenn die Temperaturen so hoch sind, dass die Bienen ausfliegen oder der Imker wenigstens die Kästen öffnen kann. Er bestätigte aber, dass einzelne Imker Verluste von 30 oder sogar 50 Prozent der Völker befürchteten. Die Bienen fliegen aus, sobald es mehrere Tage hintereinander 12 oder 13 Grad warm ist.

Laut Friedrich sind die Bienen schon geschwächt in den Winter gegangen, weil sie im warmen Herbst lange aktiv waren. Dies habe sie anfälliger für den Befall mit Varroa-Milben gemacht. Ein strenger Winter sei hingegen kein Problem. Ein generelles Problem sei aber der Nahrungsmangel. Es fehlten zum Beispiel die mit Blumen besetzten Randstreifen von Feldern, die es früher gegeben habe.

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