Überfallserie:

Hotelknacker geben sich geständig

Ihre Offenheit hat fünf jungen Männern ihre Freiheit gerettet. Eine junge Komplizin dagegen muss wohl für längere Zeit ins Gefängnis. 

Auf den langen Fluren des Neubrandenburger Landesgerichts hatte es sich angekündigt, nur wenig später im Gerichtssaal fand der Eindruck seine Bestätigung. Mit zur Bewährung ausgesetzten Haftstrafen zwischen sechs Monaten und zwei Jahren konnten am Mittwoch fünf aus dem Großraum Magdeburg stammende Männer das Neubrandenburger Landgericht verlassen – dank eines umfangreichen Eingeständnisses ihrer Schuld. Der Öffentlichkeit und sich selbst hatten sie damit einen mehrtägigen Prozess, der Anklage „eine nicht ganz unaufwendige Beweisaufnahme“ erspart, wie es der Vorsitzende Richter des Landgerichts, Klaus Kabisch, formulierte.

Den Angeklagten war vorgeworfen worden, in den Jahren 2010 und 2012 mehrere Hotels und  Gaststätten im Nordosten, darunter Häuser in Röbel, Bollewick, Prerow und Rubenow zunächst ausgekundschaftet und später überfallen zu haben. In die Geschäftsräume gelangten sie meist durch aufgehebelte Fenster, in einem Fall erbeuteten sie Bargeld in Höhe von knapp 5000 Euro. Die insgesamt fünf Straftaten sollen sie in wechselnder Besetzung, aber stets unter „Bildung einer Bande“ begangenen haben. Soweit die Anklage. 

Und noch bevor der Richter die Angeklagten und ihre Verteidiger überhaupt in den Sitzungssaal gebeten hatte, geriet schon Bewegung in den Fall. In einer etwa halbstündigen Unterredung einigten sich die Prozessbeteiligten in einer sogenannten Absprache darauf, dass ein Geständnis der Angeklagten zur Bewährung ausgesetzte Haftstrafen zwischen sechs Monaten und zwei Jahren erwirken würden.

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