Tierheime im Nordosten:

Immer kurz vor der Insolvenz

Den Tierschutzvereinen geht es schlecht. Das ist in Altentreptow nicht anders. Es fehlt eigentlich an allem – Geld, Arbeitskraft, Unterstützung. Nur von einem haben sie reichlich: Tiere, die dringend Hilfe benötigen.

Ganz normaler Wahnsinn im Tierheim Altentreptow. Das Saubermachen der Zwinger, Katzenhäuser und Außenbereiche gehört zum Alltag.
Lisa Walter Ganz normaler Wahnsinn im Tierheim Altentreptow. Das Saubermachen der Zwinger, Katzenhäuser und Außenbereiche gehört zum Alltag.

Die Tierschützer in Altentreptow haben in den vergangenen Jahren viel geschafft im Tierheim. Seit 2008 wurde in eine Heizung für das Haus investiert. Einige der Zwinger und Katzenräume konnten modernisiert werden. „Wir haben neue elektronische Leitungen und einen Elektrokasten“, erzählt Christa Schwabe, Rechnungsprüferin des Tierschutzvereins. Dennoch fehlen an allen Ecken kleinere und größere Reparaturen.

Jeden Tag verbringen vier Frauen ihre Zeit im Tierheim. Füttern, sauber machen, Tierarztbesuche, Wäsche waschen – für etwa 40 Katzen, sechs Hunde, dazu mehrere Freigänger und drei weitere Hunde in Pflegestellen. Das alles machen sie meist ehrenamtlich, denn den Mindestlohn für eine Vollzeitstelle kann sich der Verein nicht leisten. Die Frauen brauchen Unterstützung, denn ihre Tage sind lang. Zu der täglichen körperlichen Belastung kommen die Geldsorgen. 

Vereine zahlen die normalen Tierarzt-Preise

Große Kosten verursachen die Tierarztrechnungen. „Wir zahlen die normalen Tarife, wie jeder andere Haustierbesitzer“, sagt Schwabe. Die Kastration eines Katers kostet 75 Euro – die Sterilisation einer Katze 95 Euro. Der Chip zur Erkennung der Tiere koste 30 Euro. Die Grundimpfung, die aus zwei einzelnen Spritzen besteht, summiert sich auf 60 Euro, rechnet Christiane Porwollik vor. Die Rentnerin ist jetzt Vorsitzende des Tierschutzvereins. Sie hat das Tierheim bis vor Kurzem noch beruflich betreut.

Christa Schwabe, die gerade über der Abrechnung für 2014 sitzt, beunruhigt die finanzielle Situation. „Wir wünschen uns mehr Hilfe vom Land. Was soll mit den Tieren geschehen, wenn wir schließen müssen?“ Der Betrag, der von den Kommunen gezahlt wird, reiche in der Regel vorne und hinten nicht.

100000 Euro vom Land für 16 Tierschutzvereine

Der Pressesprecher der Behörde hält dagegen: „Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz bringt den vielen und meist ehrenamtlich Tätigen in den Tierheimen des Landes ebenfalls eine hohe Wertschätzung entgegen, da sie einen überaus wichtigen Beitrag für den aktiven Tierschutz leisten.“ Der Frage nach mehr Geld weicht der Pressesprecher aus.

Mit 100 000 Euro fördert das Land alle etwa 16 Tierschutzvereine in MV. weitere Mittel erhalten die Vereine vom den Kommunen und Gemeinden. Die Vereine sind daher auf Spenden angewiesen, Sponsoren und Mitgliedsbeiträge. Und dennoch: „Wir bleiben optimistisch, bisher haben wir es immer irgendwie geschafft“, sagt Porwollik.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung