Verkehrsunfälle in MV:

Immer mehr Rentner verursachen tödliche Crashs

Jugendliches Imponiergehabe, Überschätzung und Alkohol führten in der Vergangenheit in MV zu folgenschweren Unfällen. Doch nun gerät eine ganz andere Altersgruppe zunehmend ins Blickfeld.

Nach dem deutlichen Rückgang im Vorjahr hofft Innenminister Lorenz Caffier (CDU), dass die Zahl der Verkehrstoten in Mecklenburg-Vorpommern 2013 erneut gesunken ist.
Jens Büttner Nach dem deutlichen Rückgang im Vorjahr hofft Innenminister Lorenz Caffier (CDU), dass die Zahl der Verkehrstoten in Mecklenburg-Vorpommern 2013 erneut gesunken ist.

Nach dem deutlichen Rückgang im Vorjahr hofft Innenminister Lorenz Caffier (CDU), dass die Zahl der Verkehrstoten in Mecklenburg-Vorpommern 2013 erneut gesunken ist. „Wir haben noch verkehrsreiche Feiertage vor uns. Der bisherige Trend aber kann zuversichtlich stimmen“, sagte der Minister. Bis Mitte Dezember waren auf den Straßen des Landes 77 Menschen ums Leben gekommen. Im gesamten Jahr 2012 waren es 83. Das war die bis dahin niedrigste Zahl in der Geschichte des Bundeslandes.

Als Gründe für die Entwicklung sieht Caffier die verbesserte Sicherheitsausstattung von Autos und Straßen, ein effektives Rettungssystem, regelmäßige Kontrollen und die beharrliche Präventionsarbeit. „Die Gefahr ist groß, dass man sich allein auf die Technik verlässt. Aber hinter dem Steuer sitzt immer noch ein Mensch, den man mitunter an seine Verantwortung erinnern muss“, erklärte der Minister.

Schock-Programm und Schutzengel zeigen Wirkung

Insbesondere jungen Leuten müssten die Gefahren deutlich gemacht werden. „Seit zwei Jahren bieten wir für Schüler das Programm "Crash-Kurs" an. Die Unfallbilder sind schon brutal, die Berichte der Feuerwehrleute von den Unfalleinsätzen ungeschönt. Das hinterlässt Wirkung, wie auch die eindringlichen Worte von betroffenen Eltern“, sagt Caffier und verteidigt das nicht unumstrittene Konzept.

An jedem fünften Verkehrsunfall im Nordosten sind junge Leute zwischen 15 und 24 Jahren beteiligt, obwohl sie nur knapp ein Zehntel der Bevölkerung ausmachen. Allerdings ist die Zahl der bei Unfällen getöteten Jugendlichen seit 2008 auf ein Drittel zurückgegangen. Elf junge Fahrer kamen 2012 ums Leben, 2008 noch 32. „Junge Frauen, die Schutzengel-Aufgaben übernehmen, und angetrunkene junge Männer vom Fahren abbringen, oder auch das Fifty-Fifty-Ticket, das Taxifahren für junge Disco-Gänger erschwinglich macht, zeigen Wirkung“, sagte Caffier.

Drei Verkehrstote über 70 im Dezember

Doch bereite ihm ein neuer Trend zunehmend Sorge. Immer häufiger seien ältere Kraftfahrer in schwere Unfälle verwickelt. „Drei Verkehrstote über 70 allein im Dezember, das macht nachdenklich. Da müssen wir bei den Gründen noch mal genau hinschauen“, kündigte der Minister an. Von Forderungen nach generellen Regelkunde- und Fahrtests für Senioren halte er jedoch nichts, betonte Caffier. Seit 2008 hat sich im Land der Anteil der Verkehrstoten über 65 Jahre von 18 auf 28 Prozent erhöht.

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