Gefährliche Blutsauger:

Immer öfter beißen Borreliose-Zecken zu

Zecken sind nur wenige Millimeter groß. Doch ihre Bakterien sind gefährlich: In Mecklenburg-Vorpommern nimmt die Zahl der Borreliose-Infektionen durch die Parasiten zu.

Zecken können Bakterien und Viren durch ihren Biss übertragen.
Patrick Pleul/dpa Zecken können Bakterien und Viren durch ihren Biss übertragen.

Die Zecken sind zurück in Mecklenburg-Vorpommern: 2014 sind bislang erheblich mehr Borreliose-Fälle nach Zeckenbissen gemeldet worden als im Vorjahr. Bis Ende Mai seien bereits 266 Infektionen registriert worden, sagte die Sprecherin des Landesgesundheitsamts, Anja Neutzling, am Dienstag. 2013 waren zum selben Zeitpunkt 166 Menschen erkrankt; 2012 lag der Wert mit 261 aber auf demselben Niveau wie in diesem Jahr.

Die Fachleute des Amts führten den erneuten Anstieg auf den milden Winter zurück, den viele Zecken überlebten. "Zeckenbefall kann bei Temperaturen über acht Grad Celsius zu allen Jahreszeiten erfolgen", heißt es in einem Merkblatt des Landesgesundheitsamts.

Viele Infizierte befürchtet

"Wir rechnen insgesamt mit einer relativ hohen Zahl an Infektionen für 2014", sagte Neutzling. Im gesamten Jahr 2013 hatte es 980 Borreliose-Infektionen im Land gegeben. Der Höchstwert der letzten Jahre mit 1229 Meldungen datiert von 2011.

Besonders betroffen von der meldepflichtigen Erkrankung sind dieses Jahr die westlichen Teile Mecklenburg-Vorpommerns: Die meisten Infektionen traten in den Landkreisen Ludwigslust-Parchim, Nordwestmecklenburg und Rostock auf. In Relation zur Einwohnerzahl erkrankten in Schwerin die meisten Patienten.

Gute Nachricht: Keine FSME im Nordosten

Die wenigsten Meldungen kamen aus der Stadt Rostock sowie aus dem Kreis Vorpommern-Rügen. Die ebenfalls von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) trat im Nordosten überhaupt nicht auf.

Zecken sind blutsaugende Parasiten, die Bakterien und Viren übertragen können. Gelangt der Borreliose-Erreger in die Blutbahn des Menschen, kann er Gelenk-, Herzmuskel- und Nervenentzündungen auslösen. Mediziner raten daher, nach Spaziergängen durch Wälder und Wiesen den Körper nach Zecken abzusuchen und diese vorsichtig zu entfernen.

FSME und Borreliose

Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sind Viren, die beim Zeckenstich auf den Menschen übertragen werden können. Die FSME ist eine fieberhafte Erkrankung unter Beteiligung der Hirnhäute. In besonders schweren Fällen kann es zur Gehirnentzündung und zur Schädigung des Rückenmarks kommen. Im Extremfall verläuft die Krankheit tödlich. Für die Behandlung der FSME gibt es keine Medikamente. Daher raten Ärzte zur Schutzimpfung. Diese sollte frühzeitig vor dem Sommer beginnen, weil zwischen den insgesamt drei Impfterminen genügend Zeit verstreichen muss. In Risikogebieten werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen.

Zudem können Zecken noch Borreliose übertragen, die mit bundesweit 60 000 bis 100 000 Erkrankungen pro Jahr zwar wesentlich häufiger ist, gegen die es aber Medikamente gibt. Sie beginnt oft mit der Wanderröte, einem roten Ring oder Fleck um den Zeckenstich. Weitere Symptome sind Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Fieber auch erst Wochen nach dem Stich. Unbehandelt kann Borreliose zu Gelenk-, Herzmuskel- oder Nervenentzündungen führen.

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