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In jedem Kreis ein Pflegestützpunkt

Rat und Hilfe für Pflegebedürftige und Angehörige: Im Land ist ein Netz von Beratungsstellen aufgebaut worden. Die Angebote sollen aber noch erweitert werden.

Der erste Pflegestützpunkt in Mecklenburg-Vorpommern wurde 2008 von der damaligen Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) in Wismar eingeweiht.
Jens Büttner Der erste Pflegestützpunkt in Mecklenburg-Vorpommern wurde 2008 von der damaligen Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) in Wismar eingeweiht.

Pflegestützpunkte entwickeln sich in Mecklenburg-Vorpommern zur ersten Adresse für Angehörige von Pflegebedürftigen. Seit 2013 gibt es in jedem Landkreis und in den kreisfreien Städten zumindest einen solchen Stützpunkt, sagte der Staatssekretär im Sozialministerium, Nikolaus Voss.

Insgesamt sind jetzt im Land 13 dieser Einrichtungen aufgebaut. Die ersten waren 2011 in Pasewalk, Güstrow und Rostock eingerichtet worden. Die Anlauf- und Beratungsstellen werden von Krankenkassen und Kommunen gemeinsam betrieben. „Die Beratung muss unabhängig sein, sie kann nicht von Pflegeheimbetreibern kommen“, teilte der Staatssekretär dazu weiter mit.

Einer ersten Untersuchung der Hochschule Neubrandenburg zufolge, die sich allerdings auf wenige Monate des Jahres 2013 beschränkt, waren 46 Prozent all jener, die sich in den Stützpunkten beraten ließen, Verwandte von Pflegebedürftigen. 28 Prozent waren selbst Betroffene. Gefragt wurde vor allem nach den Möglichkeiten der Unterbringung, etwa in Wohngemeinschaften, anderen betreuten Wohnformen sowie nach den Kosten dafür.

Die Pflegestützpunkte in MV sind Voss zufolge stets telefonisch erreichbar, zweimal wöchentlich haben sie zu Sprechstunden geöffnet. Zudem seien die Mitarbeiter, meist drei je Stützpunkt, auch zu den Betroffenen unterwegs. Um es den Ratsuchenden auf dem Land zu erleichtern, habe etwa der Landkreis Ludwigslust-Parchim in kleinen Städten Bürgerbüros eingerichtet, in denen Stützpunkt-Mitarbeiter erreichbar sind.

In den Landkreisen wird Voss zufolge darüber nachgedacht, das Netz auszubauen, Außenstellen von Pflegestützpunkten einzurichten und Sprechstunden etwa in den Ämtern anzubieten. „Das wird der Trend sein“, sagte er. Die Kommunen spürten bereits, dass die Pflegestützpunkte dazu beitragen, dass nicht zu schnell in stationäre Einrichtungen „hineinberaten“ wird. Voss betonte: „Ambulant vor stationär ist die Zielsetzung.“