Mehr Geld für den Landesverband:

In Kleingärten wächst im Frühling auch der Verdruss

Der Landesverband der Gartenfreunde Mecklenburg und Vorpommern hebtden Beitrag für die Mitglieder an. An der Müritz droht eine Rebellion.

Der Landesverband der Kleingärtner will mehr Geld von seinen Mitgliedern. Doch die Gartenfreunde um Rainer Espig wollen die Erhöhung nicht einfach so hinnehmen. Sie drohen sogar mit Austritt aus dem Verband.
Nadine Schuldt Der Landesverband der Kleingärtner will mehr Geld von seinen Mitgliedern. Doch die Gartenfreunde um Rainer Espig wollen die Erhöhung nicht einfach so hinnehmen. Sie drohen sogar mit Austritt aus dem Verband.

Mit der Sonnenscheindauer wächst dieser Tage auch Verdruss in den Kleingärten. Vor allem an der Müritz sind die Gärtner grimmig. Denn: Der Landesverband der Gartenfreunde Mecklenburg und Vorpommern verlangt mehr Geld von seinen Mitgliedern. „Zwar ist die Erhöhung niedriger ausgefallen als angekündigt, doch fehlt eine schlüssige Erklärung dafür“, sagt Rainer Espig, Vorsitzender des Regionalverbandes der Gartenfreunde Müritz und Mitglied im Kleingartenverein „Am Wiesengrund“ Waren. Sein Verband droht der Landesspitze mit Austritt.

Derzeit zahlen die Gartenfreunde pro belegte Parzelle einen Jahresbeitrag von 3,05 Euro an ihren Landesverband, wobei 1,20 Euro gleich weiterfließen zum Bundesverband. Ab 2017 soll der Landesbeitrag nach einem Beschluss der Delegiertenkonferenz um 95 Cent auf 4 Euro steigen. „Die Teuerungsrate geht nicht an uns vorbei“, sagt Landesvorsitzender Peter Heinemann, Gartenfreund von der Insel Rügen. Ob Porto oder Spritkosten, die Ausgaben steigen. Im Gegenzug gehen die Einnahmen zurück, sowohl durch sinkende Mitgliederzahlen als auch durch ausbleibende Zinserträge. „Wir haben ja schon Negativzinsen“, so der Landeschef.

Gibt der Landesverband zu viel Geld aus?

Der Verband Mecklenburg und Vorpommern ist der drittgrößte Zusammenschluss von Gartenfreunden bundesweit: 66  210 Mitglieder in 15 Regionalverbänden gehören dazu. Schon vor einigen Jahren, „vor meiner Zeit“, seien einige Regionalverbände ausgeschert, wie Peter Heinemann, seit drei Jahren im Amt, erklärt. Parchim, Güstrow und Bad Doberan zum Beispiel. In den meisten Fällen spielten persönliche Gründe eine Rolle, schätzt er ein und bietet Abweichlern die Hand: „Wir sind offen für alle, die ausgetreten sind.“

Ob der Landesverband demnächst auf die rund 1500 Müritzer Gartenfreunde verzichten muss? Der Regionalverband hatte den Austritt bereits beschlossen für den Fall, dass der Landesbeitrag nach oben geht. Doch nun soll nochmals diskutiert werden, wie Vorstand Rainer Espig ankündigt. Im Mai berät der Vorstand, im August sind die Mitglieder auf der Delegiertenkonferenz gefragt. „Wir wollen alle einbeziehen.“

Weitere Sparbemühungen sind an der Tagesordnung

Rainer Espig und seine Vorstandskollegen erwarten jedoch, dass der Landesverband seine Finanzen nachvollziehbar offenlegt. „Vermutlich wurde über die Verhältnisse gelebt“, sagt der Warener. Allein in der Landesgeschäftsstelle seien mit zwei Stellen rund 100  000 Euro Personalkosten angefallen. Vor allem der Kurs und die Machtfülle von Geschäftsführer Dieter Steffens hatten seit geraumer Zeit Unmut an der Basis provoziert. Mittlerweile habe er sich in die Rente verabschiedet, so Landesvorsitzender Peter Heinemann. Künftig werde es statt eines Geschäftsführers nur noch einen Geschäftsstellenleiter geben.

Darüber hinaus verwies Peter Heinemann auf weitere Sparbemühungen, etwa beim Kilometergeld für die Ehrenamtlichen. So erfolge die Abrechnung nur noch nach Routenplaner. Wo und wann immer möglich würden Fahrgemeinschaften gebildet. Und auf manch eine besonders lange Dienstreise, zum Beispiel zu befreundeten Landesverbänden im Süden, werde verzichtet. Ob das die Gartenfreunde von der Müritz zufriedenstellt, wird sich im Sommer zeigen.

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