Entlastung der kommunalen Haushalte:

In MV sind weniger Familien auf Hartz IV angewiesen

Der Eintritt ins Rentenalter und mehr Beschäftigung sorgen für einen Rückgang der Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften in den Kreisen und kreisfreien Städten. Für die Kommunen hat das einen positiven Nebeneffekt.

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Zahl der Familien und Bedarfsgemeinschaften die auf Hartz IV angewiesen sind gesunken.
Ralf Hirschberger In Mecklenburg-Vorpommern ist die Zahl der Familien und Bedarfsgemeinschaften die auf Hartz IV angewiesen sind gesunken.

In Mecklenburg-Vorpommern leben weniger Familien von Hartz IV. In allen Kreisen und den kreisfreien Städten ist die Zahl der Bedarfsgemeinschaften 2015 gesunken, was zu Entlastungen den kommunalen Haushalten führt. Die Entwicklung führen die Kommunen einer Umfrage zufolge auf demografische Effekte  - den Eintritt Betroffener ins Rentenalter - und verbesserte Beschäftigungsperspektiven auf dem Arbeitsmarkt zurück. Einige Kreise, wie Vorpommern-Rügen mit seiner ausgeprägten Tourismuswirtschaft, machen dafür auch die Einführung des Mindestlohnes zu Beginn des Jahres 2015 verantwortlich. Minijobs seien in feste sozialversicherungspflichtige Stellen umgewandelt worden. In Rostock sank die Zahl der Aufstocker, die ergänzende Leistungen beziehen, um 11,3 Prozent.

Alle Kreise und kreisfreien Städte verzeichnen ähnliche Entwicklungen. Im Landkreis Vorpommern-Rügen sank die Zahl der Bedarfsgemeinschaften von durchschnittlich 16 100 im Jahr 2014 auf 15 100 im Jahr 2015. Das entspricht einem Rückgang von 6,2 Prozent. Nach vorläufigen Zahlen des Kreises Mecklenburgische Seenplatte ging dort die Zahl der Bedarfsgemeinschaften um rund 1200 auf 19 600 zurück. In Rostock reduzierte sich die Zahl um rund 800, in Schwerin um 400. Dort konnten neben dem Renteneffekt  mehr Menschen in Beschäftigung des ersten Arbeitsmarktes (Plus von 5,8 Prozent) integriert werden, wie eine Sprecherin des Jobcenters sagte.

Kommunen werden entlastet

Im Kreis Ludwigslust-Parchim sank die Zahl um rund vier Prozent auf 10 100. Der Kreis Vorpommern-Greifswald bilanziert ersten Angaben zufolge gar 2500 Bedarfsgemeinschaften weniger als 2014. Dort wird neben den bereits genannten Aspekten die enge Zusammenarbeit zwischen Sozialamt und den Jobcentern für den Rückgang verantwortlich gemacht. So werde gezielt versucht, in Bedarfsgemeinschaften, in denen ein Partner Arbeit habe und der zweite arbeitssuchend gemeldet sei, diesen in Arbeit zu bringen.

Diese Entwicklung führt zu einer Entlastung der kommunalen Haushalte. So geht der hochverschuldete Kreis Vorpommern-Greifswald davon aus, dass durch den Rückgang der Bedarfsgemeinschaften die Aufwendungen im Bereich SGB II von 2014 zu 2015 deutlich sinken werden und das vom Land vorgegebene Konsolidierungsziel von einer Million Euro übertroffen wird, wie Landrätin Barbara Syrbe (Linke) sagte.

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