Erster Europäischer Pilztag:

In unseren Wäldern sind die Pilze knapp

Die Organisatoren von Pilzausstellungen an diesem Wochenende haben es schwer, in den Wäldern genügend Exponate zu finden. Es ist zu trocken. Pilzberater rechnen damit, nur etwa ein Drittel der Arten zeigen zu können.

Manche Wälder in MV sind derzeit komplett pilzleer.
Patrick Pleul Manche Wälder in MV sind derzeit komplett pilzleer.

Herbstzeit ist Pilzzeit - falls es genügend regnet. In diesem Jahr haben es die Pilzberater schwer. „Wir suchen alle Wälder ab, in denen wir mal viele Pilze gefunden haben“, sagte die Schweriner Pilzberaterin Elfi Hruby am Donnerstag. Im Botanischen Garten der Universität Rostock wird nach Angaben von Kustos Dethardt Götze die größte Freiluftschau von Frischpilzen in Deutschland vorbereitet.

An diesem Samstag wird der erste Europäische Pilztag begangen, an dem sich nach Angaben der Veranstalter Einrichtungen in sechs Ländern beteiligen. In Mecklenburg-Vorpommern sind Ausstellungen, Vorträge und Pilzwanderungen unter anderem in Rostock und Schwerin, in Neubrandenburg, Stralsund, Ribnitz, Feldberg und Wismar geplant.

Kenner brauchen Hoffnung noch nicht aufgeben

„Wegen der trockenen und warmen Witterung werden in diesem Jahr zwar etwas weniger Arten erwartet, darunter jedoch ein paar besondere Arten mit speziellen Anpassungen“, sagte Götze. So würden schon Auswirkungen des Klimawandels im Vergleich zu früheren Ausstellungen erlebbar. Während in anderen Jahren 300 oder 350 Pilzarten gezeigt wurden, rechnet er diesmal nur mit 100.

Elfi Hruby hält die derzeitige Trockenheit für extrem. „Einige Wälder sind pilzleer“, sagte sie. Sogar Baumpilze gebe es nur wenige. Nur dort, wo es schattig sei und wo Gewitterschauer niedergegangen seien, könne man Pilze finden.

Die Hoffnung auf Pilze müssen Pilzliebhaber in diesem Herbst aber noch nicht aufgeben. Wenn es in den nächsten Tagen regnet, brauchen die Pilze etwa zwei Wochen, um Fruchtkörper zu entwickeln. „Manche Arten schießen dann regelrecht aus dem Boden, etwa Rotfußröhrlinge, Maronenröhrlinge oder Schopftintlinge“, sagte Hruby. Bevor es stärkere Frost gibt, können auch noch Steinpilze und Pfifferlinge wachsen.

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