Dringend Unterkünfte gesucht:

Innenminister rechnet mit über 14.000 Flüchtlingen in MV

Ursprünglich war das Land von 6000 bis 7500 Flüchtlingen ausgegangen. Doch die Lage hat sich bundesweit dramatisch zugespitzt, weshalb auch MV gefordert ist, mehr Menschen aufzunehmen.

Jens Büttner Landesinnenminister Lorenz Caffier

Die Landesregierung in Schwerin rechnet für 2015 mit einer neuen Höchstzahl an Asylbewerbern und verstärkt zusammen mit den Kommunen die Suche nach geeigneten Flüchtlingsunterkünften. "Wenn sich die Prognosen bestätigen, dann werden wir rund 14 200 Asylbewerber in Mecklenburg-Vorpommern bekommen", sagte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) am Dienstag in Schwerin. Die bisher höchste Zahl an Asylbewerbern stammt aus dem Jahr 1992 mit damals fast 13 300.

An diesem Mittwoch will die Bundesregierung ihre aktuelle Flüchtlingsprognose für 2015 vorstellen. Medienberichten zufolge könnten in diesem Jahr 650 000, womöglich sogar 750 000 Asylbewerber nach Deutschland kommen. Zwei Prozent davon nimmt gemäß "Königsteiner Schlüssel" Mecklenburg-Vorpommern auf.

"Solche Entwicklungen stellen uns alle vor riesige Herausforderungen", sagte Caffier. "Wir müssen alles dafür tun, dass jene Menschen, die vor Mord und Terror aus ihrer Heimat geflüchtet sind, bei uns angemessene Unterbringung und Betreuung bekommen", sagte Caffier. Angesichts des weiterhin hohen Zustroms werde nun nach zusätzlichen Gemeinschaftsunterkünften gesucht. "Wenn wir aber Turnhallen oder Schulen dafür umrüsten, dann solche, die derzeit nicht genutzt werden", versicherte Caffier. Sein Ziel bleibe es - auch mit Blick auf den nahen Herbst und den Winter - auf Zeltstädte zu verzichten.

Caffier sprach sich erneut aber auch dafür aus, Menschen ohne Aussicht auf Asyl rasch wieder in ihre Heimat abzuschieben.

Grünen-Fraktionschef Jürgen Suhr warf Caffier vor, "auf die Hardlinerposition des Bundesinnenministers einzuschwenken". Für eine Ausweitung der sicheren Herkunftsländer gebe es keinen sachlichen Grund, die Diskussion um Flüchtlinge aus den Balkanländern leiste feindseliger und polemischer Stimmungsmache gegen Flüchtlinge nur Vorschub.

Peter Ritter von der Linksfraktion warnte davor, "in ähnliche Debatten und Denkmuster zu verfallen, wie sie im Sommer 1992 geführt wurden". Kürzungen von Leistungen für Asylsuchende oder die Wiedereinführung von Grenzkontrollen würden Menschen in Not nicht davon abhalten, sich auf die Flucht zu begeben.

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