Neue Spur nach Zeugen-Hinweisen:

Ist Diana Ferch in Schleswig-Holstein?

Lebt die seit 2011 vermisste Rüganerin Diana Ferch noch? Und kann die junge Frau vielleicht wegen einer psychischen Krankheit nicht zurück? Angehörige und Polizei glauben nun doch an die Aussteiger-Theorie - denn nach Zeugen-Hinweisen gibt es eine neue Spur.  

Diana Ferch mit ihrem kleinen Sohn vor ihrem Verschwinden.
Archiv Diana Ferch mit ihrem kleinen Sohn vor ihrem Verschwinden.

Noch zu Jahresbeginn waren sich Fallanalytiker in Mecklenburg-Vorpommerns Landeskriminalamt in einer sogenannten Operativen Fallanalyse fast sicher, dass Diana Ferch Opfer eines Tötungsdelikts wurde. Doch nun hat sich das Bild offenbar grundlegend geändert. „Ich gehe davon aus, dass die junge Frau noch lebt“, sagte Kriminalhauptkommissar Roland Malik jetzt dem Nordkurier. Es gebe glaubhafte und schlüssige Hinweise dafür, dass sich die Frau Anfang 2013 in Schleswig-Holstein aufgehalten habe.

Zeugen haben Insider-Wissen

Demnach soll Diana nicht – wie von Angehörigen, Freunden und Ermittlern befürchtet - unmittelbar nach ihrem Aufbruch von der Insel Rügen im Frühsommer 2011 einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein. Anlass zur Hoffnung gebe vor allem eine ungewöhnliche Beobachtung eines Ehepaares in Niebüll, dem Diana laut Polizei „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ im Januar 2013 begegnet war. Der Ehemann habe während einer kurzen Autofahrt ein Gespräch mit der Unbekannten geführt, in dem die junge Frau eindeutige Details über ihre Herkunft gemacht habe. Es handle sich um Insider-Wissen und nicht um Fakten, von denen die Zeugen aus Medien erfahren hätten, versicherte Malik.

Seltsame Begegnung an einem Flussufer

Über eine weitere Begegnung habe inzwischen eine Frau aus Friedrichstadt bei Husum die Polizei informiert. Demnach soll sie Diana im Mai 2013 singend an einem Flussufer getroffen haben. Die etwas abgemagerte, aber nicht verwahrloste junge Frau habe sich den Angaben der Zeugin zufolge offenbar in einem verwirrten Zustand befunden.

Suche konzentriert sich auf Nordseeküste

Das alles liege zwar schon wieder eineinhalb bis zwei Jahre zurück, sagte der Ermittler. Da es sich jedoch um sehr glaubhafte Angaben handle, konzentriere die Polizei ihre Suche nun auf die deutsche Nordseeküste. „Wir gehen davon aus, dass Diana Ferch zumindest zeitweise irgendwo in der Region untergekommen ist“, sagte Malik. Dafür müsste es aber auch irgendwo Zeugen geben.

Die auf Rügen lebende Mutter, Regina Ferch, sagte dem Nordkurier, sie schöpfe neue Hoffnung, dass Diana noch lebe. Offenbar gehe es ihrer schon früher oft depressiven Tochter aber psychisch sehr schlecht. „Wichtig für ihr Selbstwertgefühl wäre, dass Diana davon erfährt, dass das von ihr geschriebene und von uns veröffentlichte Buch immer mehr Leser findet.“ Nach dem Verkauf von 1000 Exemplaren sei erst kürzlich die zweite Auflage erschienen.

Diana Ferch: Verschwunden seit 41 Monaten - eine Chronologie

26. Juni 2011: Diana Ferch, gebürtige Rüganerin, verschwindet. Die damals 26 Jahre alte und oft in sich gekehrt wirkende Frau bricht ihre Lehre als Sozialassistentin ab und teilt ihrer Mutter telefonisch mit, dass sie sich eine zweiwöchige Auszeit nehmen und auf Wanderschaft gehen wird. Sie soll mit einem Rucksack, einem Zelt und 300 Euro Bargeld, aber ohne Handy aufgebrochen sein. In Stralsund ließ sie ihren Lebensgefährten und den gemeinsamen Sohn Damien zurück, der kurz vor seiner Einschulung stand.

27. Juni 2011: Nach Übernachtung bei einer Freundin in Rostock bricht sie nach Güstrow auf. Von dort gibt es das letzte echte Lebenszeichen von ihr. Sie benutzt das Handy eines Rentners und ruft noch einmal Zuhause an.

Ende Juni/Anfang Juli 2011: Der Berliner Urlauber und Rentner Rolf Warth stößt beim Pilzesammeln abends in der Nähe des Zwenzower Ufers am Großen Labussee auf eine junge Frau. Sie soll einen Rucksack und ein Zelt bei sich gehabt und angegeben haben, im Wald übernachten zu wollen.

11. Juli 2011: Zu einem vereinbarten Treffen mit Freunden und Angehörigen auf dem Zeltplatz Mirow kommt sie nicht. Die Spur verliert sich.

2. Januar 2013: Der Fernsehsender RTL berichtet über den Vermisstenfall.

6. Januar 2013: In Niebüll fällt einem Ehepaar vor dessen Haus eine verstört wirkende Frau auf, deren Aussehen und Angaben auf Diana passen.

Mai 2013: In Friedrichstadt trifft eine Frau mit zwei Kindern an einem Fluss eine abwesend reagierende junge Frau. Die Zeugin meldet sich später.

21. Mai 2014: In der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY vermisst“ berichten ein Ermittler und die Eltern über das Verschwinden von Diana. In den Stunden danach gehen etwa 80 Hinweise ein, darunter auch der Hinweis aus Niebüll.   
 

Hinweise zum Fall Diana Ferch nimmt die Polizei in Stralsund entgegen unter:
03831 2830243 und 03831 28900

 

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