Vorstoß für Kassenpatienten:

Ist die Wartezeit auf Arzttermine bald vorbei?

Gesetzlich versicherte Patienten sollen nicht mehr monatelang auf einen Facharzttermin warten müssen. Der Bundestag hat die Reform der medizinischen Versorgung beschlossen. Die kassen-ärztlichen Vereinigungen im Nordosten sind skeptisch.

Terminservicestellen sollen die Lösung gegen die langen Wartezeiten für einen Termin beim Facharzt sein. Patienten sollen so schneller vermittelt werden.
Rolf Vennenbernd Terminservicestellen sollen die Lösung gegen die langen Wartezeiten für einen Termin beim Facharzt sein. Patienten sollen so schneller vermittelt werden.

Noch müssen Patienten im Nordosten monatelang auf einen Facharzttermin warten. Damit soll Schluss sein. Der Bundestag hat ein Gesetz beschlossen, wonach die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV), ein Zusammenschluss aller niedergelassenen Ärzte, sogenannte Terminservicestellen einrichten sollen. Diese vermitteln dann Versicherten mit einem Überweisungsschein innerhalb von vier Wochen einen Termin beim Facharzt. Bezahlt wird dieser Service durch die niedergelassenen Ärzte. Laut der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg soll das Vorhaben rund zwei Millionen Euro kosten.

Die Begeisterung bei der KV Brandenburg über das Vorhaben hält sich in Grenzen. „Wir haben heute schon ein Patiententelefon und werden das zu einer Terminstelle ausbauen, was auch immer sich die Politik darunter vorstellt“, so Sprecher Christian Wehry.

Auch die AOK Nordost ist mit der geplanten Reform nicht hundertprozentig zufrieden: „An wichtigen Punkten bleibt das Gesetz auf halber Strecke stecken“, so Harald Möhlmann vom Versorgungsmanagement. Zu viele Ärzte siedeln sich noch in Städten an. Die Reform der medizinischen Versorgung soll mehr junge Ärzte aufs Land locken.

Die Barmer GEK in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern hingegen begrüßt das Vorhaben. „Das gleiche Ziel unterstützen wir seit Jahren mit unserem Wartezeitenmanagement und haben dabei positive Erfahrungen sammeln können“, so Henning Kutzbach, Geschäftsführer der Barmer Mecklenburg-Vorpommern. Er betont, dass die Servicestellen nicht für Bagatellerkrankungen zuständig sind.

Die KV Mecklenburg-Vorpommern hat ein System zur schnellen Vermittlung von Patienten entwickelt. Dabei teilt der behandelnde Arzt die Überweisungen in die Kategorien A und B ein. „Patienten mit hoch akuten Erkrankungen erhalten eine A-Überweisung und werden innerhalb eines Werktages von einem Facharzt übernommen“, erklärt Kerstin Alwardt, Sprecherin der KV MV. B-Patienten erhalten innerhalb einer Woche einen Termin. Routineuntersuchungen werden nicht extra gekennzeichnet. „Das muss jetzt nur noch angepasst werden, um der Reform gerecht zu werden“, erklärt der Vorsitzende der KV, Dieter Kreye.

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