Alarmiernde Zahlen:

Jeder Dritte wirft die Ausbildung hin

In keinem anderen Bundesland ist die Abbrecherquote so hoch wie in MV. Aber warum schmeißen so viele Jugendliche die Lehre hin?

Junge Leute in Mecklenburg-Vorpommern schmeißen häufiger als ihre Altersgenossen in anderen Bundesländern die Lehre.
Andreas Gebert Zu wenig Geld, doch nicht der Traumberuf - es gibt viele Gründe, warum Jugendliche ihre Lehre vorzeitig beenden.

Junge Leute in Mecklenburg-Vorpommern schmeißen häufiger als ihre Altersgenossen in anderen Bundesländern die Lehre. „Jeder dritte Jugendliche löst vorzeitig seinen Ausbildungsvertrag“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Schweriner Landtag, Simone Oldenburg. Sie vermutet, dass Schüler oft nicht den Beruf erlernen, den sie eigentlich wollen. „Die Wahl des Ausbildungsberufes ist auch finanziell gesteuert“, sagte sie. Jugendliche würden ihre Berufswahl danach richten, welche Berufsschule in ihrer Nähe liegt: „Denn die Fahrkosten zu den Berufsschulen müssen die Schüler selbst tragen.“

Die Fahrwege aber werden immer weiter: Von 180 Ausbildungsberufen würden 70 Berufe nur an einem Berufsschulstandort im Land gelehrt, 48 Berufe an zwei bis drei Standorten, sagte die Politikerin. Sie schlug vor, dass das Land die Fahrkosten für Berufsschüler übernehmen sollte, die in einer Landesfachklasse oder einer überregionalen Fachklasse lernen – zumindest bei Lehrlingen, die weniger als 700 Euro im Monat bekommen.

Manche Auszubildende seien aber auch den Anforderungen des Berufs nicht gewachsen. Um Jugendlichen den Übergang in den Beruf zu erleichtern, schlug Oldenburg Patenschaften zwischen Betrieben und Schulen vor. Wenn Unternehmen Verbindungen zu Schulen und aufbauten, könnten Jugendliche Einblicke in Betriebsabläufe erhalten und herausfinden, wo ihre Interessen und Stärken liegen.

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