Alternative zum Strand:

Jobben in den Schulferien - hier gibt's noch Chancen

Zeitung austragen, Regale einräumen oder im Hotel aushelfen: Ferienjobs für Schüler sind gefragt. Sie bringen Geld und einen ersten Einblick in das Berufsleben. Die Jobangebote sind unterschiedlich gesät - und es gibt strenge Regelungen.

Sarah Winkler arbeitet neben der Schule in einer Eisdiele.
Bernd Von Jutrczenka Sarah Winkler arbeitet neben der Schule in einer Eisdiele.

Ferienzeit bedeutet nicht nur Abhängen am Strand. Ein Teil der älteren Schüler nutzt die Sommerferien auch dazu, mit einem Ferienjob die Urlaubskasse aufzufüllen. Doch die Angebote sind unterschiedlich gesät. In den Arbeitsagenturen des Landes gibt es deutlich mehr Interessenten als offene Stellen.

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) appellierte an die Unternehmen, Ferienjobs anzubieten. Ferienjobs seien sehr sinnvoll, da sie für die Jugendlichen einen Einblick in das tägliche Berufsleben geben, sagte Glawe. Unternehmen könnten potenzielle Kandidaten für Ausbildungsplätze kennenlernen. Aber: Ferienarbeit dürfe nicht dazu dienen, Auftragsspitzen in den Unternehmen allein durch billige Arbeitskräfte abdecken zu wollen.

Hotels, Imbisse und Eisdielen haben die meisten Jobs

Chancen haben Schüler vor allem im Hotel- und Gastgewerbe sowie in Imbissen oder beim Eisverkauf. Nach Angaben des Dehoga-Geschäftsführers Matthias Dettmann, sind Ferienjobs dort Praxis. Gerade unter dem Aspekt des Fachkräftemangels seien Ferienjobs eine Chance, potenzielle Azubis frühzeitig zu gewinnen und „Rohdiamanten“ zu erkennen. Die Tätigkeitsfelder seien breit - ob als Eisverkäufer am Tresen, als Kellner oder in größeren Häusern als Page oder Liftboy. „Man kann jedem Hotelier und Gastronom nur empfehlen, über Ferienjobs einen Pool von interessierten Leuten zu gewinnen. Das ist eine Superchance“, sagte Dettmann.

Arbeitsagenturen wenig vielversprechend

Auf Ferienjob-Angebote von Arbeitsagenturen zu setzen, ist wenig erfolgversprechend. In Westmecklenburg gebe es wie auch in den Vorjahren deutlich mehr „Ferienjobber“ als offene Stellen, sagte eine Sprecherin der Arbeitsagentur. Viele Angebote würden vermutlich direkt auf Nachfrage vergeben oder gehen auch mal „unter der Hand“ an Kinder von Mitarbeitern weg, hieß es von der Arbeitsagentur Stralsund.

Meist werden über Arbeitsagenturen geringfügig Beschäftigte gesucht und dann für die gesamte Saison. Das Hemmnis für die Beschäftigung bei Schülern: Es kommen eigentlich nur einfache Helfertätigkeiten ohne lange Einarbeitung in Betracht.

Supermarktkette Netto beschäftigt Schüler

Im Bereich Stavenhagen gebe es ausreichend Angebote. Die Supermarktkette Netto beschäftige Schüler in ihrem Zentrallager, auch in der Gastronomie, in Supermärkten oder auf der Mülldeponie lasse sich Geld verdienen.

Entscheidend ist, dass sich die Jugendlichen frühzeitig kümmern. Wer erst zwei Wochen vor Ferienbeginn einen Ferienjob sucht, kommt eigentlich schon zu spät.

Ab 18 sind 40 Stunden pro Woche erlaubt

Für die Beschäftigung von Schülern gibt es strenge Regelungen. Das Jugendarbeitsschutzgesetz verbietet Kindern bis zum 14. Lebensjahr zu arbeiten. Ausnahme: Mit Zustimmung der Eltern dürfen Kinder über 13 bis zu zwei Stunden am Tag arbeiten. Für ältere Schüler bis 18 Jahren gibt es zwar mehr Spielraum. Sie dürfen aber auch nicht länger als vier Wochen pro Jahr in den Ferien jobben. Auch die Arbeitszeit von acht Stunden am Tag und 40 Stunden in der Woche dürfen laut DGB nicht überschritten werden. Pausen sind streng geregelt. „Schulferien dienen in erster Linie der Erholung“, sagte Jeanine Weigel von der DGB-Jugend im Bezirk Nord. Sie empfiehlt, den Lohn bei der Auswahl der Jobs im Blick zu haben. Zudem sollte der Vertrag auch schriftlich abgeschlossen werden. Auch Wirtschaftsminister Glawe appellierte an die Unternehmen, die Schüler angemessen zu bezahlen.

Jetzt 4 Wochen zum Sonderpreis: Nordkurier digital testen!