Urlauber ab Ostern:

Jugendherbergen haben als Flüchtlingsunterkünfte ausgedient

Das Jugendherbergswerk in MV hat für den Winter sieben Einrichtungen als Flüchtlingsunterkünfte zur Verfügung gestellt. Dafür konnten Zeltstädte und Provisorien vermieden werden. Bis Ende Februar müssen die Herbergen nun aber leer werden.

Auch in der Jugendherberge in Sellin auf der Insel Rügen sind zeitweise Flüchtlinge untergebracht worden.
Stefan Sauer Auch in der Jugendherberge in Sellin auf der Insel Rügen sind zeitweise Flüchtlinge untergebracht worden.

Sie boten saubere Zimmer, ein Stück Privatsphäre und vor allem Wärme im Winter: Sieben Jugendherbergen wurden seit November in Mecklenburg-Vorpommern als Flüchtlingsunterkünfte genutzt. Nun müssen sie bis Ende Februar wieder frei für Gäste sein. "Wir gehen davon aus, dass die Kreise die Termine halten werden", sagte Kathrin Röder, Sprecherin des Deutschen Jugendherbergswerkes Mecklenburg-Vorpommern. Bis zu 700 Flüchtlinge wurden im Winter zeitgleich in den Einrichtungen untergebracht, die ursprünglich in die Winterschließzeit gehen sollten. Von Ostern an sollen die Jugendherbergen wieder für Urlauber öffnen.

Als im Herbst 2015 die Flüchtlingszahlen immer stärker anstiegen, hatte das Innenministerium einen Rahmenvertrag mit dem Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerkes über die Nutzung der Einrichtungen geschlossen. Mit den Flüchtlingsunterkünften in der Herbergen Prora, Sellin, Barth, Born, Ueckermünde, Zielow und Mirow wurden Zelt- oder Containerstädte vermieden.

Befürchtungen der Kreise, dass im Frühjahr mit dem Auszug der Flüchtlinge aus den Herbergen ihre Unterbringung nicht zu bewältigen sei, bestätigten sich nicht. Die Kreise organisieren derzeit den Umzug in andere Einrichtungen. Auch wenn es schwierig sei, wie der Sprecher des Kreises Vorpommern-Greifswald, Achim Froitzheim, sagte. Denn neben Neuankömmlingen müssten jetzt auch die Herbergs-Flüchtlinge untergebracht werden. Dennoch: die Kreise sind froh, über diese Lösung: "Durch die Nutzung der Ferieneinrichtungen konnten wir die Situation vor dem Jahreswechsel insgesamt deutlich entspannen", sagte Froitzheim.

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