Fahrschulbranche ist überaltert:

Junge Fahrlehrer dringend gesucht

Noch gibt es ausreichend Fahrschulen in Mecklenburg-Vorpommern. Doch schon in wenigen Jahren könnte es Engpässe geben, wie der Fahrlehrerverband warnt. Für die Misere gibt es etliche Ursachen.

Auch wenn der Job in der Regel Spaß macht, sucht die Fahrlehrerbranche dringend Nachwuchs.
Armin Weigel Auch wenn der Job in der Regel Spaß macht, sucht die Fahrlehrerbranche dringend Nachwuchs.

Die Zahlen, die Helmut Bode nennt, treiben ihm die Sorgenfalten ins Gesicht. Annähernd  60 Prozent der Fahrlehrer in Mecklenburg-Vorpommern sind älter als 50 Jahre, sagt der Chef des hiesigen Fahrlehrerverbandes. „Derzeit gibt es noch genügend Fahrschulen im Nordosten.“ Doch wenn in den kommenden Jahren nicht intensiv ausgebildet wird, dürfte es in einigen Jahren Engpässe geben.

Zurzeit existieren in Mecklenburg-Vorpommern 360 Fahrschulen mit rund 600 Lehrern. Zum Vergleich: 1991 waren es noch etwa 600 Fahrschulen. Eine Hochzeit, die aus der Wende zu erklären ist. Anfang der 90er Jahre schossen die Fahrschulen wie Pilze aus dem Boden, weil der Ausbildungsbedarf riesig war. Schon 2008 gab es nur noch rund 400 Fahrschulen in MV.

Viele Lehrer bereits im Rentenalter

Laut Bundesfahrlehrerverband könnten etwa 18 Prozent der Fahrlehrer eigentlich ihre Rente genießen – sie bewegen sich in der Altersklasse zwischen 65 und 74 Jahren. Schon jetzt gebe es in einzelnen Ausbildungsbereichen zu wenig Fahrlehrer in Brandenburg, sagt Marco Dammmüller, Chef des Fahrlehrerverbandes in Brandenburg. So seien Engpässe bei Lkw- und Busfahrlehrern zu registrieren.

Es ist allerdings nicht einfach, qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen, weiß Helmut Bode. Die Arbeitszeiten seien familienunfreundlich. In der Regel werden die Fahrstunden am Morgen oder ab frühem Abend absolviert. Steht die obligatorische Nachtfahrt an, kann es im Sommer auch schon öfter mal Mitternacht sein, ehe die Fahrlehrer wieder zu Hause sind.