Vor der Landtagswahl:

Junge Offensive für Rot-rot-grün

Unmittelbar vor der MV-Landtagswahl gehen die Befürworter eines Regierungswechsels zu Rot-rot-grün in die Offensive. Die Nachwuchsorganisationen der drei Parteien fordern die Abkehr von Rot-schwarz.

Gemeinsam mit der Linksjugend Solid und der Grünen Jugend fordern die Jusos Sondierungsgespräche, falls es zu einer rot-rot-grünen Regierung in MV reichen sollte.
Michael Hanschke Gemeinsam mit der Linksjugend Solid und der Grünen Jugend fordern die Jusos Sondierungsgespräche, falls es zu einer rot-rot-grünen Regierung in MV reichen sollte.

Die Jungsozialisten in der SPD (Jusos) in Mecklenburg-Vorpommern drängen Ministerpräsident und SPD-Landeschef Erwin Sellering zum Umschwenken auf Rot-rot-grün. "Die Umfragewerte zur Landtagswahl seit dem 18. August 2016 zeigen, dass die Chance für eine rot-rot-grüne Koalition und damit eine linke Mehrheit im neuen Landtag gegeben sind", heißt es in einer Erklärung, die die SPD-Nachwuchsorganisation gemeinsam mit der Linksjugend Solid und der Grünen Jugend veröffentlichte.

Jüngsten Umfragen zufolge könnten sich nach der Wahl am 4. September knappe Mehrheiten sowohl für die Fortsetzung des bisherigen rot-schwarzen Bündnisses von SPD und CDU als auch für eine Koalition aus SPD, Linke und Grünen ergeben.

Die Jugendorganisationen des linken Spektrums werteten dies als "Signale in Richtung eines dringend benötigten Politikwechsels im Land". In Beschlüssen und Wahlprogrammen von SPD, Linke und Grünen gebe es zudem viele gemeinsame Ziele und Grundsätze.

"Mit der CDU ist keine sozial- und jugendgerechte Politik möglich", sagt Luisa Heide, Vorsitzende der Jusos in Mecklenburg-Vorpommern. Man müsse sich die Koalitionspartner suchen, mit denen es möglichst viel Gemeinsamkeiten gebe. Dies sei bei der CDU nicht der Fall.

44 Prozent wollen Große Koalition

Als Beispiele werden unter anderem genannt: das Wahlalter ab 16 bei Landtagswahlen, die Eindämmung von Werkverträgen und schlecht bezahlten Jobs, Kennzeichnungspflicht für Polizisten, bessere Integration von Migranten sowie die Fortsetzung der Energiewende.

"Damit diese Forderungen Realität werden können, braucht es die richtigen Koalitionspartner, statt einer konservativen CDU, die diesen Veränderungen nur im Weg stehen würde", heißt es in der Erklärung. Die Wechselstimmung in der Bevölkerung Mecklenburg-Vorpommerns scheint unterdessen nur verhalten ausgeprägt zu sein.

In Umfragen erhielt die SPD/CDU-Landesregierung überwiegend gute Noten. Laut ZDF-Politbarometer gaben 44 Prozent der Befragten an, dass sie eine Fortsetzung der Regierungsarbeit in dieser Konstellation und mit der SPD an der SPD an der Spitze gut fänden.

Eine große Koalition unter Führung der CDU wird hingegen nur von 31 Prozent befürwortet. Noch weniger Zustimmung findet eine Dreier-Koalition aus SPD, Linke und Grünen, die in der Umfrage nur 30 Prozent als gut, aber 48 Prozent als schlecht einstuften.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung