Öl in Vorpommern:

Kanadier wollen Quelle jetzt testweise anzapfen

Im Gestein unter Vor­pommern liegt Erdöl. 2014 will das Unternehmen CEP mit der Testförderung beginnen. Die Firma wirbt derzeit um Akzeptanz.

Mit schwerer Technik wird bei Barth ab 2014 testweise Erdöl gefördert.
Bernd Wüstneck Mit schwerer Technik wird bei Barth ab 2014 testweise Erdöl gefördert.

Die deutsch-kanadische Erdölfirma CEP will im kommenden Jahr testweise Erdöl aus der Lagerstätte Saal bei Barth fördern. Dafür wurde ein Antrag beim Bergamt Stralsund gestellt, sagte Geschäftsführer Thomas Schröter. Mit der Testförderung sollen weitere Daten über den Umfang der Lagerstätte gewonnen werden. Im ersten Halbjahr 2014 will CEP damit beginnen, das in rund 2700 Meter Tiefe lagernde Öl für einige Monate aus der Probebohrstelle zu holen. Danach soll die 2011 eingerichtete Bohrstelle wieder verschlossen werden. Aus dem Druckaufbau könne auf die Größe der Lagerstätte geschlossen werden.

Rund 250 Millionen Barrel Erdöl bei Barth

Schätzungen von CEP (Central European Petroleum GmbH) zufolge lagern allein in dem 160 Quadratkilometer großen Areal westlich von Barth rund 250 Millionen Barrel Erdöl, von denen rund 40 Millionen – umgerechnet rund fünf Millionen Tonnen – förderbar sein könnten. CEP will das Öl konventionell aus dem Gestein holen. Das umstrittene Fracking sei weder geplant noch erforderlich oder genehmigungsfähig, sagte Schröter. „Fracking wird für diesen Typ Lagerstätte nicht benötigt.“ Bislang hat das Unternehmen vier Probebohrungen gesetzt – drei in Mecklenburg-Vorpommern (Saal, Lütow, Pudagla) und eine in Brandenburg (Lübben). Bei allen vier Bohrungen waren die Geologen auf Öl gestoßen.

Am weitesten fortgeschritten sind die Untersuchungen bei Barth. Nach der Testförderung plant CEP dort für Spätsommer 2014 weitere seismische Untersuchungen und im Folgejahr zwei weitere Bohrungen. Ein Antrag auf Förderung sei frühestens für 2016 geplant. An den Genehmigungsverfahren wird die Öffentlichkeit beteiligt.

Das Land erhält zehn Prozent des Erdölmarktpreises

CEP wirbt bereits jetzt vor Ort bei Kommunalpolitikern und in den betroffenen Gemeinden um Akzeptanz für das von Umweltverbänden und Grünen kritisch gesehene Vorhaben. Nach den Worten Schröters sollen die jeweiligen Fördergesellschaften ihren Sitz am Förderstandort haben. Damit sei sichergestellt, dass die Gewerbesteuer an die betroffenen Gemeinden fließe, sagte Schröter. Das Land erhält zudem als Förderabgabe laut Bergrecht zehn Prozent des Erdölmarktpreises. Über 25 Jahre könnten das laut CEP rund 340 Millionen Euro sein.

Für seine Unternehmungen hat CEP politischen Rückenwind von der Landesregierung. Linke und Grüne sehen die Erdölförderung kritisch, stimmten aber für eine Überweisung in den Ausschuss.

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