Trotz vieler Verkehrstote:

Kein allgemeines Tempolimit im Nordosten

250 Verkehrstote gab in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg allein 2013. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Unfallopfer zum ersten Mal wieder an. Eine generelle Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen lehnen beide Länder aber ab.

Trotz vielen Verkehrstoten soll es in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg keine pauschale Geschwindigkeitsbegrenzung geben.
Julian Stratenschulte Trotz vielen Verkehrstoten soll es in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg keine pauschale Geschwindigkeitsbegrenzung geben.

Verkehrspolitiker aus MV und Brandenburg sprechen sich gegen ein allgemeines Tempolimit auf Landstraßen von maximal 80 Kilometern pro Stunde aus. Zwar befürworten die Ministerien beider Länder gefahrenbezogene Tempobeschränkungen und räumten Verbesserungspotenzial bei der Verkehrssicherheit ein, für ein generelles Limit gebe es aber keinen Anlass.

Da wo es Gefahrenpunkte gebe, sei die Geschwindigkeit heruntergsetzt, sagt Steffen Wehner für das Schweriner Verkehrsministerium. Mit Verweis auf die Straßenverkehrsordnung erklärte er, dass eine Anordnungen zur Temporeduzierung nur unter Betrachtung des Einzelfalles zum Tragen kommen dürfe. Ein generelles Tempolimit stehe geltenden Rechtsnormen entgegen. Es sei aber mehr Disziplin und Verantwortung gefordert, so der Sprecher.

Auch Amtskollege Steffen Streu vom Land Brandenburg sieht das ähnlich. Man befürworte eine angepasste Geschwindkeit je nach Umständen. Pauschale Forderungen nach Tempobeschränkungen nur auf Grundlage der Fahrbahnbreite bezeichnete Streu dagegen als „nicht sachgerecht“.

Tatsächlich hatte sich der Hauptgeschäftsführer des Verkehrssicherheitsrates, Christian Kellner, am Montag für ein generelles Tempolimit von 80 km/h auf Landstraßen mit weniger als sechs Metern Breite ausgesprochen. Das solle die hohe Zahl von tödlichen Unfällen auf Landstraßen senken.

Reiner Luthardt, Leiter der Neubrandenburger Dekra-Niederlassung, sagte, dass nur ein Masnahmenbündel weiterhelfen könne. ADAC-Sprecher Christian Hieff stimmte den Forderungen zu, verwies jedoch auch darauf, dass kein Tempolimit Autofahrer aus ihrer Verantwortung entlasse.

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