Nach Gerichtsurteil:

Keine Ehrendoktorwürde für Snowden in Rostock

Monatelang wogte der Streit um die Ehrendoktorwürde für den ehemaligen US-Geheimdienstler Edward Snowden zwischen der Philosophischen Fakultät der Universität Rostock und Unirektor Schareck. Nun hat ein Gericht entschieden - vorerst.

Whistleblower Edward Snowden hatte die Abhöraktivitäten des amerikanischen Geheimdienstes NSA aufgedeckt.
Guardien/Glenn Greenwald / Laura Poitras Whistleblower Edward Snowden hatte die Abhöraktivitäten des amerikanischen Geheimdienstes NSA aufgedeckt.

"Whistleblower" Edward Snowden bleibt die Ehrendoktorwürde der Universität Rostock versagt. Der Rat der Philosophischen Fakultät habe 2014 in seiner Beschlussvorlage für die Ehrung des ehemaligen US-Geheimdienstlers den rechtlichen Rahmen verkannt, urteilten am Mittwoch die Richter am Verwaltungsgericht Schwerin. Sie wiesen damit die Klage der Fakultät gegen die Entscheidung von Universitätsrektor Wolfgang Schareck zurück, das Verfahren wegen Zweifeln an der wissenschaftlichen Leistung Snowdens zu stoppen.

Seit der Änderung des Landeshochschulgesetzes 2002 würden in Mecklenburg-Vorpommern besonders strenge Maßstäbe für die Verleihung einer Ehrendoktorwürde gelten, wie es sie vergleichbar nur noch in Berlin gebe. "In allen anderen Bundesländern wäre die Ehrendoktorwürde für Snowden wohl unproblematisch", sagte der Vorsitzende Richter Michael Skeries.

Fakultät will Urteilsbegründung prüfen

Die Philosophische Fakultät hatte im April 2014 beschlossen, Snowden die Ehrendoktorwürde zu verleihen und damit dessen Beitrag zur Bereitstellung und Aufbereitung wichtiger Datenbestände zu würdigen. Sie sah in der Aufdeckung der Praktiken des US-Geheimdienstes NSA die Funktion eines klassischen Aufklärers erfüllt. Unirektor Schareck hingegen bewertete die Übergabe des Datenbestands nicht als besondere wissenschaftliche Leistung, die eine Ehrendoktorwürde rechtfertigen würde, und verhinderte die Ernennung.

Der Anwalt der Fakultät, Olaf Methner, kündigte eine Prüfung der schriftlichen Urteilsbegründung an. Danach werde entschieden, ob der Richterspruch angefochten oder aber ein neuer Antrag auf Verleihung der Ehrendoktorwürde an Snowden gestellt werde.

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