Pyrotechnik auf Polenmärkten:

Knallige Strafen drohen für illegale Böller

Zoll und Polizei warnen vor dem Kauf und der Einfuhr von illegalen Feuerwerkskörpern. Dabei sind die im Nachbarland noch nicht mal billiger, sondern einfach nur lauter.

Böller müssen nicht nur zugelassen sein, auch der Lärm kann zum Problem werden.
Patrick Pleul Böller müssen nicht nur zugelassen sein, auch der Lärm kann zum Problem werden.

Der Händler ist zufrieden. Gerade hat er drei jungen Männern Böller für knapp 300 Euro verkauft. Es hätte auch mehr sein können, aber die jungen Männer haben hart verhandelt. Als sie mit vier prallen Plastetüten den Stand auf dem Swinemünder Polenmarkt in Richtung Grenze verlassen, sind sie guter Dinge.

Es ist die Zeit der Pyrotechnik auf den Polenmärkten an der Grenze. An den einschlägigen Ständen stehen Böller, Batterien und Raketen wieder ganz vorn.  Selbst gemalte Pappschilder locken mit  „Feuerwerk“ und einer Bombe daneben oder einfach nur „Polen-Böller“, obwohl die meisten davon „Made in China“ sind. Aber es gibt natürlich auch polnische Artikel und deutsche. Einige davon dürften nur mit einem „Munitionserwerbsschein“ oder von ausgebildeten Pyrotechnikern gekauft werden. Zumindest steht das so auf der Verpackung.

Es gibt auch legales Feuerwerk in Polen

Dass es nicht ganz koscher sein kann, so etwas ohne die entsprechenden Scheine zu kaufen, scheint klar. Aber wie sieht es denn ein paar Nummern kleiner aus? Mit ein paar polnischen Kinder-Knallern namens Schmetterling zum Beispiel? Kann es da Ärger mit dem deutschen Zoll geben? Der Verkäufer sagt: Nein. Die machen doch nur „Bumm“. Das machen irgendwie alle Böller. Die einen mehr, die anderen weniger. Die meisten jedoch eher mehr. Darum sind die Feuerwerkskörper vom Polenmarkt bei den jungen Leuten so beliebt, auch wenn sie nicht gerade billig sind. Ob die Böller in Deutschland legal oder illegal sind, scheint auch nicht so wichtig zu sein.

Dabei lässt sich diese Frage eigentlich einfach beantworten. Wenn die Feuerwerkskörper zur Kategorie F1 (Kleinstfeuerwerke: Tischfeuerwerk, Wunderkerzen, Knallerbsen) oder F2 (Kleinfeuerwerke: Raketen, Batterien, Böller) gehören und zumindest das CE-Kennzeichen mit Prüfnummer tragen, können sie legal und ganzjährig eingeführt werden. Polnische Produzenten werben sogar mit dieser Kennzeichnung und auch Ware „Made in China“ kann inzwischen in dieser Hinsicht ganz okay sein. Das Problem ist nur, dass diese CE-Kennzeichen oft gefälscht werden, sagt Andreas Behnisch vom Hauptzollamt Frankfurt/Oder. Und dass es nach wie vor Unbelehrbare gibt, die sich auf dem Polenmarkt mit harten Böllern der Kategorien F3 und F4 eindecken, obwohl es für deren Einfuhr und Verwendung eine besondere Erlaubnis bräuchte. Finger weg!

Wer mit illegalen Feuerwerkskörpern erwischt wird, muss sich auf ebenso knallige Strafen einstellen. Es droht ein Strafverfahren wegen Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz und damit zumindest eine saftige Geldstrafe. Das Gesetz spricht von bis zu 50 000 Euro. Zudem werden die Feuerwerkskörper eingezogen und vernichtet. Und auch dafür muss bezahlt werden, erklärt Behnisch. Zwar würden sich auch in diesem Jahr viele Freunde es lautstarken Feuerwerks kaum vom Kauf illegaler Ware abhalten lassen. Diejenigen jedoch, die vom Staat schon mal zur Kasse gebeten wurden, sind gebrannte Kinder. „Da haben wir nur wenige Wiederholungstäter“, sagt der Mann vom Hauptzollamt.

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