Großvögel aus Südamerika:

Knapp 180 Nandus leben wild in Norddeutschland

Wer Nandus in freier Wildbahn beobachten will, muss nicht nach Südamerika fliegen. Im Nordenosten leben die flugunfähigen Großvögel, die nun wieder einmal gezählt wurden.

Die seit Jahren in Nordwestmecklenburg wildlebenden Nandus weiten ihren Lebensraum aus, ergab die aktuelle Zählung.
Jens Büttner Die seit Jahren in Nordwestmecklenburg wildlebenden Nandus weiten ihren Lebensraum aus, ergab die aktuelle Zählung.

Die einzige deutsche Nandu-Population in freier Wildbahn gedeiht weiter. Eine Zählung in den vergangenen Tagen im rund 100 Quadratkilometer großen Verbreitungsgebiet östlich des Ratzeburger Sees ergab 177 Tiere, wie eine Sprecherin des Biosphärenreservates Schaalsee am Freitag in Schlagsdorf (Landkreis Nordwestmecklenburg) sagte. Im Frühjahr waren 120 der großen Vögel registriert worden, im Herbst davor 144. Jeweils im März und November schwärmen Helfer aus, um die Nandus (Rhea americana) zu zählen.

Trotz der gestiegenen Zahl wollte die Sprecherin nicht von einem Wachstum der Population sprechen, da die Zahl der Alttiere konstant geblieben sei. Von den Jungen würden nicht alle den Winter überleben. Nandus sind in Südamerika zu Hause, werden bis zu 1,40 Meter groß und haben einen langen Hals und lange Beine. Die Gruppe an der Grenze zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein stammt von Tieren ab, die vor Jahren aus einer privaten Haltung bei Lübeck ausgebrochen sind.

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