Vorwürfe erhärtet:

Kommissar in U-Haft soll auch für den BND gearbeitet haben

Der Bestechungsskandal im Landeskriminalamt zieht Kreise. Der Verdächtige hat angeblich als Zuträger für den deutschen Auslandsgeheimdienst gearbeitet. Das hat jetzt Konsequenzen für Innenminister Caffier.

Der festgenommene Kommissar des Landeskriminalamtes soll seine Dienste auch dem Bundesnachrichtendienst angeboten haben.
Angelika Warmuth Der festgenommene Kommissar des Landeskriminalamtes soll seine Dienste auch dem Bundesnachrichtendienst angeboten haben.

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) soll sich auf Antrag der Linken-Fraktion in einer Sondersitzung des Innenausschusses zu Informationen äußern, die zum Korruptionsfall im Landeskriminalamt (LKA) von Mecklenburg-Vorpommern aufgetaucht sind.

Denn der LKA-Bestechungsfall weitet sich offenbar aus. Nach Informationen des „Spiegel“ soll der Hauptkommissar, der vor gut zwei Monaten verhaftet wurde und seitdem in Untersuchungshaft sitzt, seine Dienste auch dem Bundesnachrichtendienst (BND) angeboten haben. Wie das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf vertrauliche BND-Unterlagen schreibt, soll sich der Beschuldigte ab 2011 mehrfach mit Beamten des Auslandsgeheimdienstes getroffen haben, ohne dass seine Vorgesetzten beim LKA davon gewusst haben sollen. Auf Nordkurier-Nachfrage hüllt sich der BND in Schweigen. Der Dienst äußere sich nicht zu laufenden Ermittlungen, so ein Sprecher. Mit demselben Verweis gibt auch die Staatsanwaltschaft Schwerin keine Auskunft. 

Innenministerium hält sich bedeckt

Die Grünen in Mecklenburg-Vorpommern sehen in der möglichen verdeckten Zusammenarbeit des LKA-Beamten mit dem BND einen neuen Geheimdienstskandal. Der Grünen-Innenexperte Johannes Saalfeld forderte Caffier auf, beim Bundeskanzleramt auf Aufklärung der Vorwürfe zu dringen.

Ob in diesem Einzelfall Grenzen der Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern überschritten wurden, könne erst nach Abschluss der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen aufgeklärt werden, erklärte das Innenministerium.