Vergewaltigungsfall vor Gericht:

Kommt der Mörder aus Rostock lebenslang hinter Gitter?

Der gewaltsame Tod einer 32 Jahre alten Frau erschreckt im Frühjahr 2014 viele Menschen in Rostock. Der mutmaßliche Täter hatte ihre Leiche im Wald vergraben. Wegen Mordes soll er nun eine lebenslange Haftstrafe verbüßen.

In einem Wäldchen an der Stadtautobahn in Rostock wurde am 01.04.2014 die Leiche der jungen Frau abtransportiert.
Bernd Wüstneck In einem Wäldchen an der Stadtautobahn in Rostock wurde am 01.04.2014 die Leiche der jungen Frau abtransportiert.

Wegen der Vergewaltigung und Tötung seiner Freundin soll ein 36-jähriger Rostocker nach dem Willen der Staatsanwaltschaft lebenslang hinter Gitter. Da er einen Hang zu erheblichen Straftaten habe und eine Gefahr für die Allgemeinheit sei, forderte die Anklage am Montag im Landgericht Rostock zusätzlich die anschließende Sicherungsverwahrung. Der Mann soll die Frau ermordet haben, um eine vorherige Vergewaltigung zu verdecken. Nach der Tat hatte er die Frau in einem nahen Wäldchen vergraben, wo sie nach etwa sieben Wochen gefunden wurde.

Der Mann war zunächst wegen Totschlags angeklagt. Im Verlauf des seit Dezember laufenden Prozesses hatte der Richter deutlich gemacht, dass er eine Verurteilung wegen Mordes für möglich hält. Dem hatte sich die Staatsanwaltschaft angeschlossen.

Angeklagter leidet an einer Persönlichkeitsstörung

Die Verteidigerin des Mannes stellte dagegen keinen Antrag. Die Beweisaufnahme habe ihrer Ansicht nach keinen Anhaltspunkt darauf ergeben, wann, wo, wie und warum die Frau zu Tode gekommen ist. So hätte auch die Rechtsmedizin wegen der langen Zeit in der Erde keine klaren Ergebnisse vorlegen können. Die Anwältin räumte ein, dass der mehrfach vorbestrafte Angeklagte unter einer Persönlichkeitsstörung leide. Daraus sei aber kein Hang zu Verbrechen abzuleiten, verwies sie auf einen Gutachter.

Laut Anklage hatte der Mann seine 32-jährige Freundin bereits am Silvesterabend vergewaltigt. Er hatte sich jedoch entschuldigt und sie hatte ihm verziehen. Ende Januar, wenige Tage nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft sei es dann zum Streit gekommen, in dessen Verlauf er sie vergewaltigt und mit einem Kissen erstickt habe. Wenige Tage später habe er sie in Plastiksäcke und einen Teppich gewickelt und vergraben.

DNA des Mannes im Körper der Frau gefunden

Die Anwältin widersprach der Darstellung, dass ihr Mandant die Frau vergewaltigt habe. Zwar sei seine DNA im Körper der Frau gefunden worden, doch es sei selbst nach Ansicht der Rechtsmediziner nicht klar, ob es Sperma war. Es könne sich darüber hinaus auch um einvernehmlichen Sex und nicht um eine Vergewaltigung gehandelt haben.

Der Mann hatte laut Anklage im März eine weitere Frau mit einem Messer bedroht und vergewaltigt. In der Untersuchungshaft hatte er die Tötung seiner Freundin gestanden und die Polizei an den Ort geführt, an dem die Leiche vergraben war. Während des Prozesses hatten sich die Anwälte auf eine Schadensersatzzahlung von 10 000 Euro für die zweite Frau geeinigt.

Der Angeklagte hatte zu Beginn des Prozesses die Tötung der Frau gestanden, allerdings konnte er sich nicht an den Tatablauf erinnern. Er sagte in seinem Schlusswort am Montag, dass ihm das Geschehene leid tue. Er könne das Leid, das er anderen zugefügt habe, nicht wieder gutmachen und im Falle der zweiten Vergewaltigung das Leid der Frau durch die Geldzahlungen nur lindern.

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