Nach Unterbrechung über die Feiertage:

Kommunen in MV nehmen wieder Flüchtlinge auf

Über die Feiertage gelangten deutlich weniger Flüchtlinge nach MV als in den Wochen zuvor. Doch das war nicht der einzige Grund, weshalb in den Kommunen - vorübergehend - keine neuen Asylbewerber ankamen.

Jens Büttner Ein Kuss für Rauan von der ehrenamtlichen Helferin Betty Kärst in der Erstaufnahme-Einrichtung Stern-Buchholz. Die Flüchtlinge werden nach ihrer Ankunft in Deutschland zuerst in diesen zentralen Einrichtungen untergebracht.

Nach zweiwöchiger Unterbrechung werden in Mecklenburg-Vorpommern Flüchtlinge zur Unterbringung wieder an die Kommunen weitergeleitet. Am Donnerstag sind aus der vom Land betriebenen Einrichtung in Basepohl (Mecklenburgische Seenplatte) die ersten Asylbewerber in die Kreise geschickt worden, wie eine Sprecherin des Innenministeriums in Schwerin sagte. In den kommenden Tagen solle die frühere Bundeswehrkaserne, in der zuletzt 645 Menschen untergebracht waren, schrittweise wieder freigezogen werden.

Verschnaufpause über die Feiertage

Um den zuständigen Behörden in Kreisen und Städten eine Verschnaufpause zu gönnen, hatte das Land die Weiterleitung über die Feiertage ausgesetzt. Alle Flüchtlinge, die in einer der zwei Erstaufnahmereinrichtungen des Landes ihre formellen Asylanträge gestellt hatten, waren vorübergehend in Basepohl untergebracht worden. Das Land hält - für den Fall eines neuerlichen Ansteigens des Flüchtlingszustroms - vier solcher Einrichtungen als Puffer bereit.

Bislang 23.080 Flüchtlinge registriert

Die Kaserne in Basepohl war bereits im Herbst zeitweise als Notunterkunft genutzt worden. Mitte Dezember räumte die Bundeswehr endgültig den Standort, der nun als landeseigene Unterkunft betrieben wird. Bei Bedarf und nach Zustimmung des Bundesamtes für Migration könnte dort neben Horst bei Boizenburg und Stern-Buchholz vor den Toren Schwerins eine dritte Erstaufnahmeeinrichtung entstehen.

Wie die Ministeriumssprecherin weiter mitteilte, wurden in Mecklenburg-Vorpommern im Vorjahr 23.080 Flüchtlinge registriert. Seit Jahresbeginn kamen 220 weitere hinzu. Über die Feiertage hatte die Zahl der Neuankömmlinge spürbar abgenommen.