Gemeinden unterstützen Eigenheim-Bau:

Kommunen locken Familien mit verbilligtem Bauland

Ein Eigenheimbau ist teuer. Manche Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern greift jungen Familien trotz eigener Finanznöte unter die Arme. Eine Nachfrage im Rathaus kann lohnen.

Günstiges Bauland soll junge Leute dazu motivieren, Eigenheime zu bauen.
Julian Stratenschulte Günstiges Bauland soll junge Leute dazu motivieren, Eigenheime zu bauen.

Junge Leute braucht der Ort: Einige Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern locken deshalb Familien mit vergünstigten Baukonditionen. So bekommen Eltern mit einem Kind in Ludwigslust beim Kauf eines städtischen Baugrundstücks einen Preisnachlass von 20 Prozent, bei zwei Kindern sind es 25 Prozent. Gefördert werden dabei Kinder bis zum 14. Geburtstag und bis zu 700 Quadratmeter Fläche, wie es auf der Internetseite der westmecklenburgischen Kleinstadt heißt.

Seit Ende 2013 hat die Stadt 18 Grundstücke an junge Familien verkauft, wie eine Mitarbeiterin der Verwaltung sagte. Das seien drei Viertel aller veräußerten städtischen Baugrundstücke gewesen. Bei Baulandpreisen von bis zu 75 Euro pro Quadratmeter können Käufer ordentlich sparen. Unter den Bauwilligen seien auch Zuzügler, was für die Entwicklung der gut 12 000 Einwohner zählenden Stadt wichtig sei, sagte Ludwigslusts Vize-Bürgermeisterin Petra Billerbeck (SPD). Nicht zuletzt: "Die Familien freuen sich natürlich."

Auch Grevesmühlen (Nordwestmecklenburg) hilft Familien, und zwar mit einem zinslosen Darlehen über 5112,92 Euro. In Greifswald sollen vom nächstem Jahr an Baugrundstücke subventioniert werden. Dafür sollen 150 000 Euro bereitgestellt werden, beschloss kürzlich der Hauptausschuss der Hansestadt. Die Antragsteller dürfen höchstens 45 Jahre alt sein. Pro Kind soll ein Nachlass von fünf Prozent gewährt werden, wie eine Sprecherin der Stadtverwaltung sagte. Die Grundstückspreise in dem neuen Wohngebiet betragen zwischen 105 und 120 Euro.

Grundtsücksvergabe erfolgte nach Punktesystem

Die Landeshauptstadt Schwerin hat 1998 in einem städtischen Wohngebiet die Grundstücke nach einem Punktesystem vergeben, wobei Kinder ein wichtiges Kriterium waren. "Derzeit prüft die Verwaltung auf Antrag der Stadtvertretung, ob wieder bevorzugt Bauland für junge Familien zur Verfügung gestellt werden kann", sagte Stadtsprecherin Michaela Christen. Die Prüfung sei noch nicht abgeschlossen.

Die Stadt Malchin sieht hingegen keine Notwendigkeit für eine Familienförderung beim Bauen. Bürgermeister Jörg Lange (FDP) sagte, die Baulandpreise in der Kleinstadt an der Seenplatte seien so niedrig, dass eine Förderung nicht nötig sei. Der Quadratmeterpreis für Baugrundstücke von der Stadt beträgt laut Internetauftritt der Kommune 34 Euro. Der Bürgermeister von Bützow (Landkreis Rostock), Christian Grüschow (parteilos), findet die Idee einer Bauförderung für junge Familien hingegen prima - und will sie nach dem Sommer in seine städtischen Gremien einbringen, wie er sagte.

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