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Kontoplünderer starten neuen Angriff auf Guthaben

Gefälschte E-Mails mit dem Logo der Sparkassen fluten derzeit die Rechner von Verbrauchern in der Region. Das Landeskriminalamt warnt.

Derartige Betrüger-Mails überschwemmen derzeit Computer in der Region.
Derartige Betrüger-Mails überschwemmen derzeit Computer in der Region.

Die E-Mail sieht täuschend echt aus: Unter dem roten Logo der Sparkassen wird der Kunde aufgefordert, den Online-Zugang zu seinem Konto mit einem Klick zu aktualisieren. „Die Täter finden immer raffiniertere Methoden, um an das Geld ihrer Opfer zu kommen“, bestätigt Michael Schuldt, Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) in Mecklenburg-Vorpommern.

Die neue Welle von Betrugsversuchen im Online-Banking wird auch von den Verbraucherzentralen registriert, die einen „Phishing-Radar“ ins Internet stellen. Mit Phishing wird der Versuch umschrieben, geheime Daten von Internetnutzern zu kapern, um später deren Konten plündern zu können. Die Spähsoftware verberge sich im Anhang der verdächtigen Mails, so die Warnung.

Ein Klick genügt und der Rechner befindet sich in der Hand der Betrüger: Wie schnell das geht, hat unser Leser Christoph Breßler aus der Nähe von Neubrandenburg erleben müssen. In einer Mail sei er von einer „Anwaltskanzlei“ aufgefordert worden, eine Forderung von knapp 500 Euro zu begleichen. Breßler klickt auf die Zeile, hinter der die Forderungen erläutert werden sollen. „Das war mein Fehler“, weiß er heute. Schon am nächsten Tag gerät er auf dem infizierten Rechner beim „Einwählen“ ins Online-Banking auf eine gefälschte Sparkassenseite. Er wird aufgefordert, 2200 Euro zurück zu überweisen, die er aus Versehen erhalten habe. „Sogar mein Kontostand war aufgelistet“, staunt er. Breßler riecht den Braten und stimmt nicht zu.

„Mittlerweile sind die Betrüger so weit, den tatsächlichen Kontostand abzugreifen“, bestätigt LKA-Sprecher Schuldt. Zum Schutz vor Angriffen sollte die Antiviren-Software aktualisiert und die Sicherheitshinweise der Banken befolgt werden.

Die Sparkasse Neubrandenburg-Demmin verweist wegen der aktuellen Betrugswelle darauf, dass grundsätzlich keine Mails mit dem Absender „sparkasse.de“ verschickt werden. Sollten Kunden trotz aller Vorsichtsmaßnahmen betrogen werden, werde der Schaden durch die Sparkasse reguliert. Auf jeden Fall sollten betroffene Computer durch einem Fachmann von den Schadprogrammen befreit werden.