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Künstliche Befruchtung auf Staatskosten

Mehrere tausend Euro kostet eine künstliche Befruchtung. Künftig geben Bund und Land etwas dazu.

Kinderlose Paare erhalten für künstliche Befruchtungen einen Zuschuss vom Land.
Waltraud Grubitzsch Kinderlose Paare erhalten für künstliche Befruchtungen einen Zuschuss vom Land.

Paare mit unerfülltem Kinderwunsch bekommen in Mecklenburg-Vorpommern rückwirkend zu Jahresbeginn mehr finanzielle Hilfe bei einer künstlichen Befruchtung. Eine Vereinbarung mit dem Bund kann jetzt unterzeichnet werden, wie Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag in Schwerin sagte. Danach übernehmen Land und Bund zusammen ein Viertel der Kosten für die ersten drei Behandlungsversuche, beim vierten die Hälfte.

Hintergrund ist, dass die gesetzlichen Krankenkassen nur die Hälfte der Kosten einer künstlichen Befruchtung tragen. Den Rest mussten die Paare bislang selbst bezahlen. Ab dem vierten Versuch gibt die Kasse gar nichts mehr. Die Wahrscheinlichkeit, dass die künstliche Befruchtung klappt, nimmt dann stark ab. Künftig schrumpft der Kostenanteil der Paare im Nordosten von der Hälfte auf ein Viertel, beim vierten Behandlungszyklus von 100 auf 50 Prozent. „Der Kinderwunsch von Paaren in unserem Land darf nicht am Geld scheitern“, sagte Schwesig. Bislang hätten die Paare 1600 bis 1800 Euro pro Behandlungszyklus aufbringen müssen. Das Interesse an der staatlichen Unterstützung ist groß. Bisher liegen 70 Anträge von Paaren aus dem Land vor, wie die Ministerin sagte. Die Förderung war schon im Januar angekündigt worden, doch dann dauerte es, bis alle Einzelheiten geregelt waren. Das Land stellt Schwesig zufolge jährlich 161 000 Euro bereit. Der Bund halte bundesweit zehn Millionen Euro vor. Im vergangenen Jahr gab es nach Worten der Ministerin 285 Kinderwunsch-Behandlungen in Mecklenburg-Vorpommern. Schwesig erneuerte ihre Forderung, dass die Kassen die künstliche Befruchtung zu 100 Prozent bezahlen sollten. Die derzeitige Situation sei nicht akzeptabel, sagte sie.