Eingeschränkt verhandlungsfähig:

KZ-Sanitäter muss nun doch vor Gericht

Monatelang haben Gerichte, die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung von Hubert Z. über dessen Verhandlungsfähigkeit gestritten. Nun hat das Oberlandesgericht eine endgültige Entscheidung getroffen.

Vom 15. August bis 14. September 1944 war Hubert Z. in Auschwitz als Sanitäter abkommandiert.
Rolf Vennenbernd Vom 15. August bis 14. September 1944 war Hubert Z. in Auschwitz als Sanitäter abkommandiert.

Der ehemalige Auschwitz-Sanitäter und SS-Mann Hubert Z. muss sich nun doch in einem öffentlichen Verfahren vor Gericht verantworten. Ein vom Oberlandesgericht (OLG) Rostock beauftragter Gutachter geht davon aus, dass er trotz seiner 95 Jahre zumindest eingeschränkt verhandlungsfähig ist. Daher hat der Strafsenat des OLG beschlossen, das Strafverfahren gegen Hubert Z. zu eröffnen, erklärte Pressesprecherin Christine Böhm am Dienstag.

Man halte die Durchführung der Hauptverhandlung für „verantwortbar“. „Gravierende Gefahren für Leib und Leben des Angeschuldigten infolge emotionaler Belastung durch die Teilnahme an der Hauptverhandlung und dem zu erwartenden Medieninteresse sind nach Auffassung des Senats nicht ersichtlich“, erklärte sie. Dem OLG sei bewusst, dass Hubert Z. unter „kognitiven Beeinträchtigungen“ leide und körperlich nur gering belastbar sei. Dem könne aber mit einer entsprechenden Verhandlungsführung Rechnung getragen werden.

Damit landet das Verfahren wieder beim Landgericht Neubrandenburg. Dieses hatte die Eröffnung des Hauptverfahrens im Juni abgelehnt. Der Grund: Ein medizinisches Gutachten der Amtsärztin, wonach Hubert Z. unter einer „senilen Demenz“ leide, die „ausgeprägte Einschränkungen“ zur Folge habe. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Beihilfe zum Mord in mindestens 3681 Fällen vor.

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Kommentare (2)

Wann wird Den Haag endlich gegen die Mörder von Katyn, Nemmersdorf und unzähliger weiterer Orte der Verbrechen der Alliierten aktiv. Wenn Ludwigsburg oder dem Wiesenthal-Verein die Zielfunktion mangels Masse an Delikten und Personen verloren gehen sollte, die ausgleichende Gerechtigkeit hätte auf der Seite der Sieger noch viele Verbrecher zu suchen. Der uralte Mann hat doch vor einem nicht gerade zimperlichen polnischen Gericht gestanden und eine ev. Schuld abgesessen. Last die alten Männer doch endlich in Ruhe Nach 70 Jahren soll und muß endlich mal Schluss sein. Es gibt genug andere verbrecher die real gemordet haben und nich nur weil sie dabei sein mussten Massenmörder sind. Es heißt es besteht der Verdacht, es gibt bisher keinen BEWEIS für eine Mordebeteiligung. Somit ist Ihr Kommentar eine rechtlich haltlose Vorverurteilung.

Ich bin absolut dagegen Faschisten laufen zu lassen. Egal ob 70 Jahre vorüber sind oder ob der Mann 95 ist, die Zeit spielt keine Rolle. Der faschismus muss jederzeit zur Rechenschaft gezogen werden. Ich mache mir eher Sorgen, ob das landgericht Neubrandenburg überhaupt in der lage ist diesen Prozess ordentlich zu führen. Die richterherren hatten das verfahren längst zu den Akten gelegt.